Hooligans als WM-Ordner
Was war im Vorfeld nicht alles erzählt worden, wie hoch doch die Sicherheitsvorkehrungen sind, selbst das Putzpersonal würde überprüft, ebenso jeder Besucher, niemand könne sich durchschummeln. Doch schon beim ersten Spiel im Berliner Olympiastadion kamen zahlreiche Fans ohne Kontrollen durch. Der Grund war, dass viele Tickets nicht von den Kartenlesern erkannt wurden und die Besucher dann trotzdem reingelassen wurden.
Schlimmer wiegt die Tatsache, dass in Berlin ausgerechnet Leute als Sicherheitspersonal eingesetzt werden, die als gewaltbereite Hooligans bei der Polizei bekannt sind.
Eine Gruppe sächsischer Security-Leute wurde von Polizisten erkannt. Zwei von ihnen hatten vor einigen Monaten an einem »Probe-Schlägerei« mit polnischen Hooligans in Brandenburg teilgenommen. Nach Informationen von Tagesspiegel und RBB hält die Polizei beide Hooligans für so gefährlich, dass sie ihnen den Aufenthalt in der gesamten Berliner Innenstadt während der Fußball-WM verbot.
Schon am Abend des Eröffnungsspiels der WM am 9. Juni hatte die Polizei am Rande der Fanmeile eine Schlägerei zwischen sächsischen Hooligans mit Security-Ausweisen und gewaltbereiten Berliner Fußballfans verhindern können. Sechs Männer in schwarzer Ordnerkluft hatten das Fest-Areal verlassen und zehn Hooligans des Vereins BFC Dynamo verfolgt. Die Polizei konnte die Ordner jedoch abfangen und schickte sie zur Meile zurück. Am selben Tag fielen der Polizei Ordner in Karow auf, die dort bei einer öffentlichen WM-Veranstaltung den Schutz übernehmen sollten. Auch hier wurde einer der Securityleute als Holligan der Kategorie C – »absolut gewaltbereit« – identifiziert. Daraufhin leitete das Berliner Landeskriminalamt eine Überprüfung aller 400 Ordner ein, die an der Fanmeile eingesetzt werden.
Von: Aro Kuhrt
(19. Juni 2006)
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