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  • Big Google is watching you

    Es war schon eine Überraschung, als Google vor einigen Tagen einen eigenen Browser aus dem Hut zauberte. Niemand hat gewusst, dass die überhaupt an der Entwicklung eines Browsers arbeiten und plötzlich ist er da. Und wird natürlich schärfstens beworben. Für viele ist Google ja sowieso »das Internet«, da wundert es auch nicht, dass die Firma nun auch noch einen eigenen Browser entwickelt hat, denn der hat noch gefehlt. Mittlerweile hat der US-Konzern schon etliche Anwendungen entworfen, die alle auf deren Servern liegen und auf die man als Nutzer nur online zugreifen kann. Ob geschäftlicher Kalender, Tabellenkalkulationen, eigene Blogs, privates Notizbuch, alles läuft auf Googles Rechnern und offenbar stören sich viele gar nicht daran, dass die Firma auf all das direkten Zugriff hat. Mittlerweile nutzen viele sogar die »Desktop-Suche«, was nichts anderes heißt, als dass die Inhalte des eigenen Computers nun ebenfalls auf deren Servern vermerkt sind. Kein Wunder, dass viele bereits von der Datenkrake sprechen, denn auf den mehreren zehntausend Servern liegen weit mehr Informationen, als man über eine einfache Websuche findet.
    Google ist mit der Zeit zur größten Datenbank der Welt geworden, keine Regierung verfügt über solche Massen an Informationen. Der Lockvogel ist natürlich, dass das meiste erstmal kostenlos angeboten wird. Das ist toll und bequem dazu. Doch natürlich ist das alles nicht umsonst, sondern wird nur anders finanziert, als andere Produkte. Google speichert z.B. jede einzelne Suchanfrage nd zwar zusammen mit der Information, von welcher IP sie gestellt wurde. Daraus lernt der Konzern, welche Vorlieben jemand hat, denn das ist über die Suche offensichtlich. Und es wird über Jahre gespeichert. Google nutzt diese Information, um z.B. zielgerichtete Werbung einzublenden. Das allein wäre noch nicht schlimm, doch leider wird genau das auch bei »Google Mail« genutzt. Dort wird der Inhalt der E-Mails gelesen, analysiert und scheinbar passende Werbe-Links mitgeschickt. Eine Privatsphäre gibt es nicht.
    Google weiß also, was auf dem privaten Computer liegt, liest Mails mit, analysiert die Suchbegriffe und mit dem neuen Browser auch das Surfverhalten der Nutzer. Jede Seite, die der Nutzer aufruft, wird an die Zentrale gemeldet. Dass sie das tun, sagen sie auch ganz offen, und auch, dass gleichzeitig der einzelne Rechner eindeutig identifiziert wird.
    Die Kombination all dessen gibt dem Konzern Informationen an die Hand, die man nicht mal seinen besten Freunden geben möchte. Das wird schön bunt und fröhlich verkauft, damit man ja nicht auf die Idee kommen könnte, dass etwas Böses dahinter steckt. Muss man auch nicht, das beweisen sie schon selber. So hat Google z.B. mit der Regierung in China eine Vereinbarung getroffen, dass auf ihren Suchergebnissen systemkritische Seiten nicht mehr aufgelistet werden. Wer also glaubt, dass es sich hier um eine ganz normale Firma handelt, die im Sinne ihrer Kunden (also der Nutzer) arbeitet, hat sich geirrt. Google hat rein kommerzielle Interessen und dazu gehört offenbar auch, dass man seine Kundschaft verrät, wenn damit Geld zu machen ist. Was sie ansonsten noch mit unseren Daten tun, ob und an wen sie z.B. weiterverkauft werden, ist unklar. Soviel Informationen in einer Hand, das ist auf jeden Fall gefährlich. Deshalb sollte man sich die Nutzung bestimmter Produkte sehr gut überlegen, vor allem was den neuen Browser Chrome, Google Mail und die Desktop-Suche betrifft.


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (6. September 2008)

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    KOMMENTARE:

    1. Kalle am 6. September 2008 um 13:17 Uhr

      Als Ergänzung:
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