Linkspartei holt Stasi-General

Dass sich der Lichtenberger Kreisverband kritisch mit der DDR auseinandersetzt, kann man wirklich nicht behaupten. Insbesondere die Stasi scheint ihr noch immer am Herzen zu liegen, hatte die ihren Sitz doch im selben Bezirk. Ob als SED, PDS oder nun als Linkspartei: Sie machen aus ihrer Sympathie für die Alt-Stalinisten keinen Hehl und geben ihnen immer wieder neue Foren zur Rechtfertigung. Auch jetzt wieder, am 5. Oktober, kurz vor dem 59. Republikgeburtstag, darf wieder einer der hochrangigsten Stasi-Funktionäre auftreten: In der Geschäftsstelle der Partei wird Generaloberst Werner Großmann zum Thema „Über die Gründungsväter der deutschen Geheimdienste“ sprechen, als einstiger Stellvertreter von Erich Mielke sicher eines seiner liebsten Themen.
Gerade die Lichtenberger PDS ist dafür bekannt, dass sie in Treue fest zu den Ehemaligen steht. Erst vor einem Jahr wollte sie eben diesen Großmann in einer Buchhandlung auftreten lassen, was nach massiven Protesten abgesagt wurde. Anders im März und April 2006, als bis zu 200 Stasi-Leute , die beiden Parteimitglieder Thomas Flierl (damals Kultursenator) und Christina Emmrich (Bezirksbürgermeisterin) nahmen es unwidersprochen hin, dass die Alt-Stasis ihre Parolen riefen, die , in dem sich der Stasi-Knast befand, als „Gruselkabinett“ bezeichneten und die einstigen Insassen verhöhnten. Auch die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke stellte sich offen .

Diesmal ist es die PDS-Kreisvorsitzende Gesine Lötzsch, die den Stasimann eingeladen hat. Es ist unerträglich, dass eine im Senat und im Bundestag vertretene Partei sich so massiv mit den Funktionären einer Organisation solidarisiert, die das eigene Volk bespitzelt, verhört, eingesperrt und Andersdenkende teilweise sogar ermordet hat.

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