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    Deutschland hat viel zu viel Gesetze, Vorschriften, Verordnungen, wahrscheinlich gibt es niemanden, der das alles überblickt. Diese Gesetze regeln das Zusammenleben der Menschen und auch die gesellschaftlichen Verhältnisse. Sie wären nicht nötig, wenn es die Bürger allein schaffen würden. Tun sie aber nicht. Natürlich gibt es hunderte oder tausende Gesetze, die verzichtbar sind. Und je nachdem, welcher Ordnungshüter einen Verstoß dagegen entdeckt, passiert entweder gar nichts, oder es gibt eine mündliche Verwarnung oder sogar eine Anzeige.

    Als ich gestern Abend den Halteplatz am Hotel Ritz Carlton anfahren wollte, war er fast komplett zugeparkt. Von 15 Stellplätzen war gerade noch einer übrig, dummerweise waren wir aber etwa zehn Taxis. Also mussten wir in der zweiten Reihe halten, was solange gut ging, bis ein Polizeiwagen kam. Die Beamten verlangten, dass wir wegfahren, da durch uns der Verkehr behindert würde. Erst als fast alle Kollegen ausgestiegen waren und sich über die zugeparkten Plätze beschwerten, lenkten die Polizisten ein und orderten einen Abschleppwagen. Die Falschparker erhielten ein Knöllchen und weil vorn ein paar Fahrgäste eingestiegen waren, konnte sich der Rest der Kollegen etwas aufteilen und wir wurden von der Polizei toleriert.
    Etwa fünf Stunden später, morgens um eins, kam ich wieder am Potsdamer Platz vorbei, ein etwa 25 Jahre alter Mann stand neben dem Taxistand und telefonierte. Nachdem er aufgelegt hatte, knallte er voller Wucht seine Zeitung auf den Boden und brüllte »Scheiße!« Danach stieg er zu mir ins Taxi und ließ sich nach Schöneberg bringen. Während der Fahrt erzählte der Mann, dass die Polizei sein Auto abgeschleppt hat, der Wagen hat genau dort auf der Taxihalte gestanden. Er hatte sich das Auto von seiner Freundin geborgt, allerdings ist es auf ihren Vater oder die Mutter zugelassen. Und weil er das nicht so genau wusste, hat die Polizei ihm am Telefon auch nicht den Standort verraten. Nun hatte er statt dem Auto ein Problem.
    Leider war der Kerl überhaupt nicht einsichtig, sah nur das abgeschleppte Auto und kapierte nicht, dass er damit unseren Arbeitsplatz blockiert hatte. Er schimpfte noch eine Weile über »Taxifahrer, Bullen, Politiker und die ganzen Abzocker«, bis wir endlich am Ziel waren. Ich war doch sehr verblüfft, nun in diesen seltsamen Kreis aufgenommen zu sein. Und ich war froh, ihn wieder los zu sein.


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    Von: Aro Kuhrt

    (1. Oktober 2008)

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