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  • Abschied vom Flughafen

    Wie zahlreiche andere Berliner war auch ich jetzt nochmal am Flughafen Tempelhof, um mir diesen Ort ein letztes Mal mit Flugzeugen anzuschauen. Vielen dort war offenbar sehr wehmütig ums Herz, man konnte schon einige traurige Gesichter sehen. Ich selber finde auch, dass der Airport seinen eigenen Charme hat, vor allem, weil er nicht so eine Massenabfertigungsmaschine ist wie die meisten anderen Flughäfen. Trotzdem halte ich seine Schließung für vernünftig. Zum einen, weil er für die Anwohner eine ständige Belästigung darstellt, doch vor allem, weil er auch eine Gefahr ist. Schon öfter gab es Unfälle und Beinahe-Katastrophen, das letzte Mal stürzte eine kleine Maschine in ein gerade unbewohntes Haus in Neukölln.

    Allerdings sehen das manche ganz anders: Die Initiative zur Offenhaltung von Tempelhof hatte in der Halle einen Stand aufgebaut und verteilte Zettel, mit denen sie zu einer Demonstration aufrief. Als ich dem Verteiler sagte, dass ich die Schließung vernünftig finde, geriet er sofort in Wut. Ich wäre wohl kein Berliner, hätte sowieso keine Ahnung, und was ich überhaupt dort wolle, ich wäre doch dumm und solle mich gefälligst verziehen. Die Aggressivität dieses Mannes hat mich doch sehr überrascht, trotzdem bin ich nicht drauf eingegangen, um die Situation nicht eskalieren zu lassen. Wenn die Flughafen-Befürworter meinen, dass sie mit solchen Pöbeleien jemanden überzeugen können, wundert es nicht, dass sie mit ihrer Initiative kläglich gescheitert sind.


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    Von: Aro Kuhrt

    (28. Oktober 2008)

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    KOMMENTARE:

    1. Doris am 29. Oktober 2008 um 11:07 Uhr

      Auch ich habe am Sonntag Abschied vom Flughafen genommen. Ich hatte wie so viele der Besucher einen dicken Kloß im Hals. Schließlich bin ich eins der Kriegskinder, die alles miterlebt hat. Vielleicht war es deswegen so ein Abschiedsgefühl als würde ein Stück von meinem Berlin verloren gehen. Natürlich machte ich noch viele Fotos.





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