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  • BVG-Busfahrer streiken

    Der Betriebsrat der BVG-Busfahrer hat bekanntgegeben, dass seine Mitglieder nun an jedem Donnerstag jeweils um 8.00 und 16.00 Uhr eine Minute in den Streik treten werden. Auch die Fahrer der Straßenbahnen wollen sich daran beteiligen. Mit dieser Maßnahme protestieren sie gegen Angriffe von Fahrgästen, obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass sich jemand durch diesen Streik von einem Angriff abhalten lässt. Stattdessen wird eher der Frust der Fahrgäste steigen, die noch vom wochenlangen Streik vor einem halben Jahr die Nase voll haben. Offenbar sind die Busfahrer dadurch auf den Geschmack gekommen, denn wieder richtet sich die Maßnahmen gegen die Fahrgäste.
    Es ist ja nicht so, dass die Busfahrer der BVG wegen ihrer Freundlichkeit beliebt wären, im Gegenteil. Trotz meiner seltenen Busfahrten habe ich schon zahlreiche gemacht, wenn ich direkt mit den Herren hinterm Lenkrad zu tun hatte. Und mehr als einmal habe ich Verständnis dafür gehabt, dass manchem Fahrgast irgendwann der Kragen platzt, wenn er auf Fragen nur eine pampige oder gar keine Antwort erhalten hat, weil der Fahrer ein gültiges Ticket nicht anerkennen wollte oder an Haltestellen nicht angehalten hat, weil sein Bus voll war – wer dort aussteigen wollte, hatte halt Pech. Offenbar sehen viele Busfahrer die Fahrgäste nur als Bittsteller.

    Ich bin gegen Gewalt, und ich habe auch nichts gegen Busfahrer im Allgemeinen. Trotzdem kann ich ein gewisses Verständnis nicht verleugnen, wenn ich so manche Vorgeschichte zu einem Angriff lese. Da wurden die Täter erst wie unmündige Kinder behandelt, zusammengestaucht und angepöbelt. Wenn man sich aber ausgeliefert und ungerecht behandelt fühlt, dann gibt es schnell eine Überreaktion.
    Anstatt die Fahrgäste mit diesen unsinnigen Streiks weiter zu provozieren oder scheinheilige »Busfahrersongs gegen Gewalt« aufzunehmen, sollte sich so manche BVG-Fahrer vielleicht mal einen anderen Umgang mit den Fahrgästen angewöhnen. Denn eines ist doch klar: wenn man jemanden provoziert, muss man mit Gegenwehr rechnen. Auch wenn prügeln sicher die falsche Reaktion ist.


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (1. November 2008)

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    KOMMENTARE:

    1. Passagier am 1. November 2008 um 14:09 Uhr

      Hallo!

      Ich bin auf deine Seite gekommen weil ich Informationen über den Busfahrerstreik gesucht habe, im Gegensatz zu dir unterstütze ich ihn nämlich.

      Es mag ja sein das Busfahrer oft nicht die freundlichsten Menschen der Welt sind, ich hab da selber einige unfreundliche Kandidaten in Erinnerung.

      Aber Verständnis für Gewalt zu äußern wegen solch nichtiger Anlässe ist charakterlich wirklich schwach. Klar ist es ärgerlich wenn man blöd behandelt wird, aber ist das ein Grund für Gewalt? Nach meinem Verständnis eines Miteinanders nicht, schon gar nicht wegen solcher Lapalien.

      Und das zahlreiche Angriffe unprovoziert erfolgen ist ja schon daraus zu ersehen das die Täter sich dabei filmen und sich anschließend damit rühmen. Es ist also eher von einem geplanten Vorgehen zu sprechen, und zwar von einem Klientel das sowieso besser in geschlossener Verwahrung aufgehoben wäre.

      Gewalt gegen andere Menschen ist das Letzte, vor allem aus solch niederen Gründen, und wer dafür Verständnis hat, für den kann ich nur Unverständnis äußern.

    2. Aro Kuhrt am 1. November 2008 um 14:18 Uhr

      Etwas zu verstehen heißt nicht, es zu billigen. Ich habe klar geschrieben, dass ich diese Gewalt ablehne. Wenn Sie das nicht glauben, ist es Ihr Problem.

    3. Passagier am 1. November 2008 um 17:37 Uhr

      Ich rede auch nicht von Billigung, sondern von Verständnis.
      Meiner Meinung nach ist auch das schon zu viel, aber wie Sie ja sagen, das ist mein Empfinden.

    4. Kalle am 1. November 2008 um 23:40 Uhr

      BVG ist einfach immer wieder der Hammer!
      –> http://www.golem.de/0811/63297.html

      Gewalt ist keine Lösung. Aber nur die körperliche Gewalt der Schläger abzulehnen, und dabei die psychische Gewalt der Busfahrer zu unterschlagen, ist auch falsch! Es geht hier nicht nur um Unfreundlichkeiten, sondern um Beleidigungen und Diskriminierung.

    5. taxator am 3. November 2008 um 00:07 Uhr

      Mahlzeit Allerseits !
      Die Logik des Artikels erschliesst sich auch mir nicht ganz. In unserem geliebten Taxigewerbe gibt es genauso unfreundliche Fahrer wie bei der BVG. Es ist doch wohl unsinnig von DEN Busfahrern, DEN Taxifahrern, DEN Radfahrern oder DEN Sonstwelchen zu sprechen. Etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit verspannten Zeitgenossen aller Couleur wäre wohl angebracht. Und mit Beleidigungen oder Diskriminierungen kann man sich ja auch anders auseinandersetzen als ’’ aufs Maul'’.
      Mit freundlichen Grüssen an Alle !

    6. Aro Kuhrt am 3. November 2008 um 00:16 Uhr

      Offenbar sehen viele Busfahrer
      ich habe auch nichts gegen Busfahrer im Allgemeinen
      so manche BVG-Fahrer

      Nirgendwo habe ich geschrieben, dass ich alle Busfahrer der BVG meine. Und dass es im Taxigewerbe ebenso zahlreiche Stiesel gibt, kannst Du auf dieser Website in einer ganzen Reihe von Artikeln lesen.





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