Pornoskandal bei der NPD

Bisher ist Gesine Hennrich vor allem als Aktivistin der Neonazis aufgefallen. Kreisvorsitzende der NPD in Marzahn-Hellersdorf war sie, Chefin des »Rings Nationaler Frauen« in Berlin sowie in den vergangenen Jahren an fast allen öffentlichen Aktionen der rechtsextremen Partei beteiligt. Es ist längst nicht mehr ungewöhnlich, dass sich auch Frauen bei den Faschisten in höheren Positionen befinden, auch wenn sich wohl noch einige Herren das Heimchen am Herd zurück wünschen. Ob hinter der neusten Aktion einiger NPD-Kader reines Machodenken steckt oder eher politische Gründe stehen, ist bisher unklar. Sicher ist: Gesine Hennrich veröffentlichte gestern einen Offenen Brief, in dem sie ihren Rücktritt von allen Ämtern und gleichzeitig ihren Austritt aus der NPD bekannt gab. Mit ihr verließen – schreibt sie – 85 Prozent des Kreisverbands die Partei, immerhin etwa 40 Personen.
Als Grund für diesen Schritt gab die Dame an, dass sie vom Landesvorsitzenden Jörg Hähnel sowie dem Bundesvorstandsmitglied Manfred Börm zum Rücktritt gedrängt worden sei. Jemand hatte im Internet ein etwas freizügiges Foto von Hennrich gefunden, das in der NPD-Spitze als »Pornografie« angesehen wurde. Gesine Hennrich schrieb, dass sie sich von Börm bedroht fühlte, was sicher nicht unbegründet ist: Immerhin wurde der bereits vor 30 Jahren als Terrorist der »Wehrsportgruppe Werwolf« zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er z.B. an Gewalttaten wie Überfallen auf Banken und ein Waffenlager beteiligt war. Dass solche Leute heute im NPD-Bundesvorstand sitzen, erstaunt nicht wirklich, sondern beweist nur, um was für eine Art von Partei es sich handelt.
Nicht, dass Hennrich das bisher nicht mitgetragen hätte, aber wo sie plötzlich selber das Opfer ist, findet sie es doch erwähnenswert. In den rechtsextremen Diskussionsforen im Internet toben jetzt die Auseinandersetzungen. Dabei kommt die NPD schlecht weg, weil ihre wahren Kämpfer, die »freien Nationalisten« (also Neonazis) sich sowieso gerade wieder von ihr lossagen. Sehr schön ist dabei die Tatsache, dass von beiden Seiten noch der Verdacht gestreut wird, die jeweils andere Seite würde im Auftrag des Verfassungsschutzes handeln, um die rechtsextreme Szene zu spalten. Damit hätte diese lächerliche Aktion auch noch etwas Gutes, denn nur zerstrittene Nazis sind gute Nazis!

Von: Aro Kuhrt
(7. Februar 2009)
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Es geschah in Berlin am 07.02. |











