Perverse Logik

Wer zurzeit in die Zeitung schaut, wird mit üblen Nachrichten überhäuft. Täglich ist da die Rede von neuen Bankenpleiten, Zusammenbrüchen von Firmen, Milliarden Euro und Dollar zur Stützung maroder Konzerne. Die Wirtschaft sieht bald so aus wie Dresden 1945. Der normale Bürger steht nur ungläubig da und nimmt es zur Kenntnis. Zum Beispiel, dass die Politik »sehr besorgt« ist und gerne mal zig Milliarden locker macht, um das Großkapital weiter zu füttern stützen. Darf es ein paar Milliarden mehr sein? Die verteilten Beträge sind längst unvorstellbar hoch, während dagegen 10.000 Euro für einen Jugendclub schon zu viel sind und er geschlossen wird, wie hier in Berlin massenweise geschehen. Wir Bürger werden nicht gefragt, obwohl es in beiden Fällen um unser Geld geht. Denn natürlich sind es ausschließlich Steuergelder, die z.B. der Hypo Real Estate, der Commerzbank und all ihren Komplizen nun in den Rachen geworfen werden. Aber wofür? Täglich werden trotzdem neue Firmen insolvent, selbst ganze Staaten gehen pleite.
Weiterhin gut geht es nur denen, die die Finanzkrise hauptsächlich zu verantworten haben. Zwar gibt es einige Bauernopfer und ein paar dieser Verbrecher meinen, sich mit einer selbstgenehmigten Entschuldigung reingewaschen zu haben. Aber das öffentliche Verhalten spricht ansonsten eine andere, sehr deutliche Sprache: In den USA sind allein im Januar mehr als 5 Milliarden Dollar Bonuszahlungen an Manager ausgezahlt worden, und zwar genau der Banken, die jetzt gleichzeitig die finanzielle Unterstützung des Staates erhalten. Kaviar auf Kosten der zusammenbrechenden Mittelschicht.
In Deutschland sieht es nicht anders aus. Die Fondsmanager werden noch für ihr katastrophales Wirtschaften belohnt, und zwar sehr gut. So fand gerade im Februar in der Frankfurter Oper eine Veranstaltung statt, die man so in der jetzigen Zeit nicht für möglich gehalten hätte. Dort wurden »die besten Aktienfonds« ausgezeichnet, in festlichem Rahmen, insgesamt 192 Preise wurden verliehen. Das Beste bedeutet aber nicht, dass die prämierten Fonds besonders intelligent oder gar im Interesse der Anleger gehandelt hätten, im Gegenteil: Die Sieger hatten im Jahr 2008 jeweils ein Minus von 28 bis 42 Prozent eingefahren! Das war jedoch nicht Ergebnis ihrer Unfähigkeit, sondern volle Absicht. Wo jeder normale Mensch bei Gefahr versucht, sein Geld in Sicherheit zu bringen, funktionieren die Gesetze des Investmentsmarkts anders. Hier wird das Geld der Anleger auch dann noch investiert, wenn man schon vorher weiß, dass es verloren ist. Diese Fondsmanager werden schließlich nicht nach Gewinn bezahlt, sondern nach Leistung – also nach dem, wieviel sie ausgeben. Und da es ja nicht ihr eigenes Geld ist, kann man es auch fröhlich weiter verprassen. So sahen es auch die Verleiher des Awards und sie straften diejenigen Banker ab, die mit dem Geld ihrer Kunden vorsichtiger umgegangen waren.
Es ist leider nicht so, dass die Finanzkrise viele zur Vernunft bringt. Maßlose Habgier bestimmt weiterhin das Geschäft, Firmenpleiten hin, Massenentlassungen her. Diejenigen, die für die eigene Rendite die Wirtschaft bewusst in den Abgrund treiben, sollten sich jedoch nicht zu sicher sein. Noch versuchen sie, möglichst viel mitzunehmen, aber wenn sie erstmal zu viele Existenzen zerstört haben, werden die Opfer dieses Wahns vor ihrer Tür stehen. Und dann nutzen ihnen auch die Yacht, der Porsche und das Loft in Mitte nichts mehr.
Von: Aro Kuhrt
(3. März 2009)
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Das Ergebnis der Neoliberalen Predigern! Alle Macht dem Markte. Die Politik hat nicht nur versäumt den Markt zu beobachten um notfalls einzuschreiten, nein sie sind die Komplitzen. Die Rot-Grüne Regierung hat die Hedgefonds zugelassen! Das schlimme ist, daß die Verantwortlichen nicht aus dem System entfernt werden. Die versauten Köpfe werden genau so weiter machen wie bisher.