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  • Nazis müssen nackt sein

    Nazis müssen nackt sein

    Wieder mal gibt es Proteste, weil ein Geschäft die Kleidung einer bestimmten Firma verkauft. Neben Plakaten und Demos wurden dem betreffenden Laden in bekannter Antifa-Art auch schon die Scheiben eingeworfen. So wie damals die SA-Leute, die an dieser Stelle vor 70 Jahren ein Sturmlokal hatten, es bei ihren politischen Gegnern taten.
    Aber worum geht es? Das Geschäft Tromsø in der Petersburger Straße in Friedrichshain verkauft Kleidung von Thor Steinar aus Königs Wusterhausen. Diese Klamotten sind bei Neonazis sehr beliebt, weil sie das Signet an den SA-Schriftzug erinnert. Mit ganz ähnlichen Argumenten wurde vor Jahren von links gegen Lonsdale-Pullover gewettert, denn der Mittelteil des Namens erinnerte mit einiger Fantasie an den Namen der einstigen NS-Partei. Jacken von Alpha oder Turnschuhe der Marke New Balance sind ebenfalls böse, weil Rechtsextremisten sie tragen.
    Aber wird bei der ganzen Aufregung nicht etwas durcheinander gebracht? Es sind doch nicht die Pullover, die eine nazistische Ideologie haben, sondern ein Teil ihrer Träger. Nur weil manche Marken bei Dumpfbacken und Hitler-Jüngern beliebt sind, kann man doch nicht die Kleidung oder deren Verkäufer dafür verantwortlich machen. Oder haben die Protestierer Angst, dass man automatisch zum Neonazi wird, wenn man eine Jacke von Thor Steinar trägt? Anders sind die Überfälle auf Jugendliche nicht erklärbar, die von Antifas als rechtsextrem »entlarvt« wurden, nur weil sie Klamotten aus Wusterhausen trugen. Warum greifen die Hüter der reinen Antifalehre dann aber nicht auch andere Geschäfte an, die ebenfalls an Nazis verkaufen? Man sollte dann schon konsequent sein und den Rechten alles verweigern. Keine ausländischen Bananen mehr bei Edeka, keine tiefbraunen Schrippen beim Bäcker. Keine Unterhosen für die Kameraden bei Karstadt und erst recht keine arisch-weißen Tennissocken bei Woolworth. Nazis müssen nackt sein!


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (6. März 2009)

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    KOMMENTARE:

    1. Martin Echt am 10. März 2009 um 19:45 Uhr

      Toller Artikel, man merkt, da hat ein belesener Mensch mit viel Lebenserfahrung sich richtig tief in die Materie versenkt und lange, lange nachgedacht. Oder ist das ´ne Satire?
      Kriegst du dafür wirklich Geld? Ich glaub´, ich schule um…

    2. dan am 16. Dezember 2010 um 03:42 Uhr

      Die Broschüre, die ich verlinkt habe, solltest du mal lesen. Anschließend kannst du deinen Beitrag in die Tonne kloppen.

      Thor Steinar und Lonsdale? Ganz andere Baustelle. Der Firma Lonsdale wurde spätestens ab dem Zeitpunkt, wo sie nicht mehr einschlägige Nazishops belieferte und antirassistische Kampagnen unterstützte von Antifastrukturen kein Vorwurf mehr gemacht. Die sind da nänmlich etwas besser Informiert, als die Medien, die heute noch LONSDALE und Klischeeglatzen aus dem Archiv holen, wenn sie der Bevölkerung etwas über Neonazis erzählen möchten.

      Bei Thor Steinar sieht die Sache aber anders aus. Hier passt einfach alles ins »rechte« Bild. Sowohl die Biografien hinter der Marke (Schonmal an Sonnenwendfeiern der örtlichen Kameradschaft teilgenommen? – die Betreiber schon), als auch die x-verschiedenen Motive von Kolonialromantik über Nordische Mythologie bis hin zu NS-Straflagern zeigen, dass die Macher mit der Materie vertraut sind und genau wissen, wie die Kundschaft anzusprechen ist.

      Sa-Symbol? Wo hast du denn das aufgeschnappt? Welche Antifagruppe soll sowas behauptet haben? Dabei könnte ausgrechnet das Logo der SA eine der wenigen Symboliken sein, die Thor Steinar noch nicht aufgegriffen hat *hihi*

      Ein Beispiel von vielen:

      Thor Steinar – Flugschule, dazu eine Rotte von Hitlers Wunderwaffe, der ME 262: http://www.thorsteinar-outlet.de/images/product_images/info_images/2849_0.jpg

      Dass x-Versände und Läden der Szene, in denen sonst Rechtsrock-CDs über die Theke gehen, von TS-beliefert werden und die Marke sich bis heute nicht im Geringsten davon distanziert hat (von der Szene für die Szene), rundet das Bild nur ab.

      Ohne dich mit den Hintergründen auseinander gesetzt zu haben, machst du hier also Stimmung, rechten Lifestyle zu normalisieren. Bist erst dann zufrieden, wenn es die Sturmwehr-CD demnächst auch bei Kaufland gibt, gleich neben dem nordisch-modischen Schlüsselband von Thor Steinar in der Sonderaktion…

      Wie weit nacht rechts musst du eigentlich noch driften, bis du deine eigene Biografie verdaut hast?

    3. Aro Kuhrt am 16. Dezember 2010 um 05:18 Uhr

      Auch wenn es dir nicht passt: Ich drifte nicht nach rechts, nur weil ich den Schwachsinn nicht billige. Und rechten Lifestyle zu normalisieren ist sicher nicht mein Bestreben.

      Also lass gefälligst deine verleumderischen Unterstellungen, nur weil du es nicht ertragen kannst, dass nicht alle die Autonome Antifa in den Himmel loben.





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