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  • Chaos in der Funkzentrale

    Manchmal kommt alles zusammen: In der Taxi-Funkzentrale wird eine neue Software eingeführt, dadurch funktionieren manche Dienste vorübergehend nicht mehr, wie das Anmelden, Herunterladen der Vorbestellungen usw. Am selben Tag werden auch noch eine Reihe neue Halteplätze angesprochen, und weil es draußen junge Hunde regnet rufen auch noch viel mehr Leute zum Bestellen an, als an einem Normaltag.

    Nun gibt es Leute, die mit Stress recht locker umgehen, tief durchatmen und auch dem schwerfälligsten Taxifahrer ruhig erklären können, warum heute nicht alle funktioniert. Und dann gibt es die anderen.
    Gestern Abend hatten offenbar die anderen Dienst. Zwar gab sich die Dame auf dem Servicekanal noch Mühe mit ihren Patienten, doch auf den Vermittlungskanälen war wirklich die Hölle los (passt ja, es war ja Halloween). Die Vermittler piesackten die Kollegen auf der Straße, teilweise wurde gepöbelt, wenn jemand aufgrund schlechter Übertragungsqualität etwas nicht richtig verstanden hat. Dass zahlreiche Aufträge nicht korrekt runtergeschickt werden konnten, war natürlich nicht Schuld der Vermittler, dass diese dann aber oft auf die Nachfragen der Kollegen nicht reagierten oder sie sogar zurückwiesen, zeugt nicht von Fairness oder gesunder Arbeitseinstellung. Man sollte niemals an andere Menschen einen Maßstab anlegen, den man selber nicht erfüllt. Von den Fahrern zu verlangen, dass sie innerhalb von vier Minuten beim Kunden sind, sich gleichzeitig aber zu weigern, einen Auftrag erneut zu senden, ist alles andere als korrekt.

    Als ehemaliger Mitarbeiter dieser Funkzentrale weiß ich, dass man in Stresssituationen auch mal ganz bewusst ruhig bleiben kann, sich auf die harte Situation einstellen muss und dann als ruhiger Pol die ganze Lage zu entschärfen. Leider gelingt das nicht allen oder noch schlimmer: Leider wollen das einige nicht. Zum Nachteil aller Beteiligter.
    Falls Sie also gestern von einem genervten Taxifahrer befördert worden sind: Haben Sie Nachsicht, auch er ist nur Opfer der chaotischen Verhältnisse. Alles wird gut ;-)


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    Von: Aro Kuhrt

    (1. November 2006)

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