Das Unwort

Websites und Blogs, die lustig sein sollen, gibt es mehr als genug. Leider sind die meisten von denen nur albern, wenige haben Tiefgang. »Das Unwort« gehört in die zweite Kategorie. Der Student Bastian schreibt intelligent und witzig und manchmal merkt man erst beim zweiten Lesen versteckte Anspielungen und Spitzen. Dass das nicht jedem gefällt, hat er nach seinem Artikel zu den Zeugen Jehovas gemerkt, unter dem mittlerweile 149 Kommentare inkl. Antworten stehen. »Das ist ja das Schöne an der Bibel, jetzt mal aus der Perspektive einer Sekte gesprochen. Man kann damit alles belegen, alles rechtfertigen. Man kann sich selbst als Auserwählter Gottes bezeichnen und ausziehen in die Welt, um Beliebiges in Gottes Namen zu tun.« Solche Demaskierungen mögen die Betroffenen naturgemäß nicht, aber Bastian scheut auch nicht die folgenden Auseinandersetzungen. Dabei hat er es trotz aller gegenteiligen Beteuerungen doch mit Gott: Auf seinem Blog bietet er sogar Formulare zum Herunterladen an, göttliche Fügungen, wahlweise für Christen und Angehörige anderer Religionen.
Er legte sich sogar schon mit der CIA an, indem er eine Spandauer Firma als Tarnorganisation zum Bomben und Abhören entlarvte. Der Skandal wurde bisher jedoch nicht weiter bekannt.
Vieles im Unwort ist witzig, hat aber trotzdem einen ernsten Hintergrund, das macht es spannend. Neben den Artikeln veröffentlicht Bastian ab und zu auch Videocasts, in denen er ebenfalls über die Merkwürdigkeiten des Lebens sinniert und palavert. Wenn man erstmal angefangen hat, sie sich anzuschauen, will man am Liebsten alle 24 Folgen hintereinander sehen. Das Unwort ist politisch, poetisch und manchmal ätzend – aber auf eine coole Art.
Von: Aro Kuhrt
(2. April 2009)
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