Wer bremst ist feige

Schon seit zwei Monaten fährt die S-Bahn in Berlin nur in eingeschränktem Maß, weil seit den Sommerferien fast alle Wagen in die Werkstatt mussten. Probleme mit Achsen und Rädern waren der Grund und dies ausgerechnet während der Leichtathletik-WM. Dafür fuhren als Ersatz Busse, die teilweise aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen nach Berlin gebracht wurden.
Mit dem Schulbeginn konnte die Bahn zwar die meisten Waggons wieder auf die Strecke bringen, allerdings nur mit verkürzten Zügen. Seit heute früh aber ist das Chaos perfekt. In der Nacht gab die Deutsche Bahn bekannt, dass mit 580 von 1.100 mehr als die Hälfte aller Wagen sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Als Grund wurden Probleme mit den Bremsen angegeben. Im Rahmen einer Sicherheitsüberprüfung hatten Techniker gestern an einem S-Bahn-Wagen vier nicht funktionierende Bremszylinder festgestellt, das ist immerhin die Hälfte. Ab sofort gilt deshalb wieder ein Notfallfahrplan, so fahren z.B. keine Züge mehr zwischen dem Alexanderplatz und Westkreuz, auch ein Teil der Außenbezirke und Brandenburger Orte werden nicht mehr angefahren oder nur noch in großen Abständen.
Offensichtlich ist auch diesmal wieder eine mangelhafte Wartung der Bahnen für das Dilemma verantwortlich. Durch den überzogenen Sparkurs der vergangenen Jahre wurden die S-Bahnen immer unsicherer, offenbar waren die Gewinne der Deutschen Bahn wichtiger, als die Sicherheit der Fahrgäste. Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer zeigte sich »fassungslos«. Beim sogenannten S-Bahn-Gipfel gestern wurden die Probleme ihr gegenüber verschwiegen. Man kann nur hoffen, dass sie nun endlich die entsprechenden Konsequenzen zieht und den Vertrag mit der DB kündigt. Im Sommer hielt sie das ja noch nicht für nötig.
Von: Aro Kuhrt
(8. September 2009)
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Hab das bisher gar nicht mitbekommen. Musste irgendwie spontan lachen – obwohl es ja eigentlich eher traurig ist…
Was diese Herren aus der S-Bahn und DB sich erlauben ist nicht nur unverantwortlich, sondern in hohem Masse kriminell. Bin gespannt wie hoch die Bonizahlung für diese Pfeiffen ausfallen wird. Oder sollten welche entlassen werden, wie hoch die Abfindungen sind. Naheliegend wäre die Gewinne die an die DB ausgezahlt wurden zurückzufordern.