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Kabinett der Minderheiten

Kabinett der Minderheiten

Endlich ist sie da, die neue Regierung. Manche nennen sie »Tigerenten-Regierung«, wegen der Farben. Es fällt einem schwer, sich Merkel als Tiger vorzustellen, da passt die Ente auf Westerwelle schon eher. Natürlich könnte man jetzt gleich ins Meckern verfallen, z.B. darüber, dass eine der größten Fehlbesetzungen (Franz Josef Jung) nun ausgerechnet in der Wirtschaftskrise Arbeitsminister wird. Das zeugt eher von Ratlosigkeit, als von perspektivischer Planung und beweist zum zweiten Mal, dass man von der Materie keinerlei Ahnung haben muss, um Minister zu werden.

Wenigstens ist einer der härtesten Jobs an einen Fachmann gegangen. Philipp Rösler weiß als Arzt sicher, wie man es richtig anstellt, dass möglichst viel Geld in den Taschen der Porschefahrer ankommt. Also wird er Gesundheitsminister.

Dass Mutter von der Leyen ihren Job behält, überrascht nicht, schließlich hat sie mit der unsäglichen Internet-aber-nicht-richtig-Sperre ihre Inkompetenz auf Dauer unter Beweis gestellt. Dafür kann sie aber als Mutter vieler kleiner Kopfschmuckmädchen punkten.

Auch Wolfgang Schäuble hat als Innenminister seine Skrupellosigkeit bewiesen, schade dass er zum Finanzministerium wechselt. So wird sich die Frau mit dem längsten Namen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als Justizministerin, eben mit Thomas de Maizière fetzen. Frau SLS hatte in der Vergangenheit mal Rückgrat bewiesen und trat 1995 als Justizministerin unter Kohl zurück, weil sie im Gegensatz zur Partei-Mehrheit gegen den Großen Lauschangriff war. Mal sehen, wann sie rausgemoppt wird.

Und dann ist da noch Guidomobil Westerwelle, der Mensch im Kabinett, den man am wenigstens ernst nehmen kann, selbst wenn man sich viel Mühe gibt. Wenn das mal kein Irrtum ist, Machtversessenheit hat schon oft zu tragischen Konsequenzen geführt. Aber wenigstens ist er kein Fallschirmspringer.

Insgesamt jedoch sollte man der neuen Regierung positiv begegnen, wann gab es schließlich schon mal ein Kabinett, in dem so viele Minderheiten vertreten waren? Hier sind die Schwulen (Westerwelle) und Behinderten (Schäuble) genauso vertreten wie die Frauen (diverse) und die Ausländer (Rösler). Das hatte nicht mal die rot-grüne Regierung geschafft.


Von: Aro Kuhrt

(27. Oktober 2009)

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KOMMENTARE:

  1. Klaus am 27. Oktober 2009 um 09:55 Uhr

    Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
    scheint der einzige Lichtblick im neuen Kabinett zu sein. Wenn man aber sieht, wie die Ressort-Minister ihre eigenen Gesetzte am Justiz-Ministerium vorbei gestalten (zum Beispiel v.d.Leyen) gebe ich ihr aber keine große Chance im »Minderheiten«-Kabinett.





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