1 qm THF

Heute vor einem Jahr ging der Flughafen Tempelhof in den Ruhestand. Seitdem ist dort kein Flugzeug mehr gelandet oder gestartet, jedenfalls offiziell, in Wirklichkeit hoben einige Maschinen noch im November 2008 ab. Das riesige Gelände harrt nun seiner Zukunft und hat schon viele Begehrlichkeiten geweckt. Manche wollen darauf einen Technologiepark ansiedeln, andere eine große Wiese. Sogenannte Townhouses sollen gebaut werden, Gewerbeflächen, ein Park, ein Aufmarschplatz für die Love Parade usw. Was letztendlich wirklich dort entsteht, ist völlig unklar.
Ein sympatischer Vorschlag wird jetzt von der Taz angeschoben: Die insgesamt 3.400.000 Quadratmeter sollen gerecht auf alle Berliner aufgeteilt werden, von denen es ebenfalls 3,4 Millionen gibt. Jedem Berliner ein Quadratmeter, das ist Basisdemokratie pur. Was man mit seinem Stück macht, bleibt einem selbst überlassen. Man kann ihn bemalen, eine Skulptur errichten, eine Ziege anbinden oder der US-Army Platz für eine kleine Rakteten-Abschussrampe zur Verfügung stellen.
Oder aber man tut sich mit anderen zusammen und realisiert ein gemeinsames Projekt. Mit 99 anderen Leuten hat man schon eine Fläche von 10 mal 10 Metern – genug zum Beispiel für ein großes Kinderkarussel, ein Spiegelkabinett oder ein Café. 7.500 Leute könnten einen Fußballplatz errichten. Mitglieder von Vereinen und Gruppen hätten genug Platz für einen Partygarten. Auf jeden Fall würde es sich lohnen, sich mit anderen abzusprechen und etwas Gemeinsames zu schaffen.
Würde dieses Projekt realisiert, könnte man Hundebesitzer verpflichten, ihren Köter nur noch auf dem einen Quadratmeter scheißen zu lassen, damit nie wieder Passanten in die Hundehaufen treten. Kinder hätten auf ihrem Mini-Grundstück Schutz vor prügelnden Eltern, die es nicht betreten dürfen. Und wenn man mal seine Wohnung verliert, reicht der Platz für einen großen Pappkarton.
Wahrscheinlich aber wird der Berliner Senat der Idee nicht zustimmen. Lieber lässt er dort das neue Edel-Wohnviertel bauen, das dann genauso wie die neuen Gewerbeparks jahrelang leerstehen.
Dabei hätte ich einen viel besseren Vorschlag: Wir nutzen den Platz, um dort sämtliche Privatautos Berlins zu parken und auf den Straßen fahren nur noch Fahrräder, Busse und Taxis. Dann ist der größte Teil der Stadt so lebenswert, dass man auf die 3,4 Mio. Quadratmeter auch verzichten kann.
bewegung.taz.de/aktionen/1qm-tempelhof
www.1qm-tempelhof.de
Von: Aro Kuhrt
(30. Oktober 2009)
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Jeder qm ein Euro?
Könnte dann vielleicht so aussehen:
http://www.milliondollarhomepage.com/
;-)
Vielleicht könnte man dort auch einen Pranger aufstellen – für unfreundliche Bus-, Bahn- und Taxi-Fahrzeugführer oder für Radfahrer, die alle anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger, schlichtweg ignorieren
Prima Idee. Riesenparkplatz und ein super Geschäft für die Taxifahrer.