Wotan sucht Dietlinde

Trotz allem Schrecken den sie verbreiten können, sind die Neonazis immer wieder auch für Lacher gut. Und seien diese auch nur aus Schadensfreude. Die rechtsextremen Partnerbörse »MA Flirt« erfüllt jedenfalls alle Vorurteile gegenüber solchen Websites. Eindeutig sind die Namen der Mitglieder: Stahlgewitter88, NSBunny, Landser88, Wotansbraut, HaSSangriff und natürlich alle möglichen Namen aus der gemanischen Mythologie.
Allerdings handelt es sich bei MA Flirt nicht nur um eine Partnerbörse, sondern auch um eine Community, in der z.B. die Bildung von Gruppen möglich ist, so wie bei MySpace, Facebook usw. Die heißen »Nationaler Widerstand« oder »Unsere Großväter waren Helden«. Fast alle Einträge sind mit eindeutiger NS-Symbolik gespickt, Runen, teilweise auch verbotene Zeichen, die schwarz-weiß-rote Fahne, sind ständig zu sehen. Viele Kerle die sich dort anbieten haben in ihrem Profil Fotos, die sie als besonders hart auszeichnen sollen, mit Waffen und Fahnen posen sie herum.
Gestern nun wurde die Website von Besuchern des Chaos Computer Congress in Berlin gehackt. Die Startseite wurde verändert und mit einem Affen verziert. Gleichzeitig sind die Daten der etwa 1000 Mitglieder aus der Datenbank kopiert und auf mehreren Websites veröffentlicht worden – inkl. der Passwörter. Für Lacher sorgten sicher die TOP 10 der Passwörter: 123456, landser, landser88, siegheil, 14881488, 888888, skinhead, deutsch, 123456789 und siegheil88. Die hätte man zum Großteil auch erraten können.
Innerhalb der Webgemeinde ist die Hackeraktion allerdings nicht unumstritten. In einigen Diskussionsforen wird dafür eingetreten, auch Andersdenkenden ihre Freiräume zu lassen, weil dies die Demokraten von den Faschisten unterscheidet.
Von: Aro Kuhrt
(29. Dezember 2009)
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CCC, NeonazisKOMMENTARE:
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Es geschah in Berlin am 04.02. |












Das ist wohl nicht der richtige Weg!
Man kann sich nicht über Menschen beschweren, die sich nicht an die Regeln des Rechtsstaates halten, und sich dann selbst nicht an diese Regeln und Gesetze halten.
Das »Hacken« von Internetseiten ist , meines Wissens nach, nicht Rechtens!
Das öffentliche und unerlaubte zur Schau stellen von privaten, persönlichen Daten ist, meines Wissens nach, ebenfalls Unrecht, von der Moral mal ganz zu schweigen.
Es gibt sicherlich andere Möglichkeiten gegen so gesinnte Menschen vorzugehen. Man sollte wohl eher ihre braunen Lügen und ihren Selbstbetrug viel öffentlicher machen.
Mit solchen Aktionen gibt man ihnen (leider) immer wieder Argumente für ihr gesellschaftverachtendes Verhalten.
Ich habe mir zwar noch kein abschließendes Urteil über diese Aktion gebildet, wenn ich aber so in mich hineinhöre… Die Schadensfreude ist am lautesten. ;-)
Herr Oldieman warum beschwerst Du dich nicht über Verunglimpfung von Schimpansen. Bestimmt ist das nicht Artgerecht! Ich finde diese Aktion im übrigen ganz toll, selten so gelacht.
Es ist eben der alte Streit, ob gegen die Nazis auch unfaire Mittel eingesetzt werden dürfen. Hacken gegen Hacken? Gewalt gegen Gewalt? Persönliche Daten veröffentlichen? Es zeigt sich ja auch in der verlinkten Diskussion, dass es da keinen eindeutigen Weg gibt. Nach vielen Jahren bei der autonomen Antifa habe ich irgendwann festgestellt, dass viele von denen kein bisschen besser sind als die Neonazis, weder im Denken (Intoleranz), noch im Handeln (Gewalt ohne Grenzen). Deshalb finde ich die einfachen Lösungen wie »Zahn gegen Zahn« auch nicht richtig. Aber ich weiß auch nicht, was der richtige Weg ist oder ob es ihn überhaupt gibt. Aber trotzdem: Bei der konkreten Aktion hier geht’s mir wie Klaus: Die Schadenfreude überwiegt.
@Klaus
Nun, wenn ich ehrlich bin mußte ich auch im ersten Moment schmunzeln.
Erst nachdem ich darüber nachgedacht habe kamen mir Zweifel ob das der richtige Weg ist.
@Paule
Da hast du sicherlich recht, das Bild ist in diesem Fall nicht gut gewählt, und der Schimpanse kann sich noch nicht mal wehren.
Ich habe auch grundsätzlich nichts gegen Aktionen gegen Nazis, es kommt in meinen Augen halt auf den Weg und die Mittel an.
Sorry Oldieman Du hast mich nicht verstanden, grins!
Daß die Chaos Computer Club Leute Webseiten Hacken hat doch wohl einen tieferen Sinn. Sie zeigen auf wie unsicher doch die Internetseiten sind. Wenn Sie da dann die kaputten Faschos benutzen, kann ich da überhaupt nichts schlechtes vermuten.Werden da nicht zwei Fliegen auf einmal getroffen?
@Paule
Hmm, ich kann nur verstehen was geschrieben wurde, davon stand nichts in deinem 1. Kommentar.
Das der CCC Schwächen des Internet aufzeigt finde ich wirklich sehr positiv, wobei es sich wohl in diesem Fall nicht um Mitglieder des CCC handelt, sondern wohl um Besucher des Kongresses.
Ich glaube nämlich nicht das Mitglieder des CCC mit den Userdaten so umgehen würden.
*Zitat*
Gleichzeitig sind die Daten der etwa 1000 Mitglieder aus der Datenbank kopiert und auf mehreren Websites veröffentlicht worden
*Zitat Ende*
Sicherlich gibt es Menschen die gerne wieder einen »Pranger« einführen möchten, meiner Meinung nach ist das aber der falsche Weg.
Viele Mitläufer oder Halbentschlossene treibt man auserdem mit solchen Aktionen noch tiefer in die braunen Arme, was ich dann schade finde. Man sollte vielmehr versuchen den wirklich Verbohrten das Publikum zu nehmen.
Ich denke aber eine Diskussion zu diesem Thema wird irgendwann das Block hier sprengen. :-)
Ach ist das herrlich. Hab das noch gar nicht mitbekommen. Ich find den Nick NSBunny lustig… Jetzt gibt es sogar schon National-Sozialistische Hasen… Und ich kann mir das lebhaft vorstellen, bei den Nazis, die ich so kenne. Rechtschreibfehler in Massen. Und wenn man sich dann drüber lustig macht, dann stehen sie auf der Straße, in Thor-Steinar Jogginghosen, Thor-Steinar-Pulli im Hip Hop Style und wollen einem in Hip-Hop-Slang erklären: Ey alter, das heißt mittelständige, mittelständige Unternehmen… Und egal wie oft man von denen an den Kopf geknallt kriegt, da marschiert die Antifa, und egal wie oft man sagt, man gehört nicht zur Antifa und findet die Antifa scheiße, aber Nazis auch, die kommen immer wieder mit der selben Leier…