Berlin ist gewalttätig
Zwar ist die Kriminalität in Berlin in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen, dies gilt aber nicht für Gewaltdelikte. Hier ist stattdessen ein extremer Zuwachs zu verzeichnen: Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Raub- und Körperverletzungsstraftaten um 7% erhöht, die der Tötungsdelikte sogar um fast 70 Prozent!
Von April bis Dezember 2006 gab es z.B. 180 Morde, 6.500 schwere und gefährliche Körperverletzungen, über 2.700 Brandstiftungen und mehr als 1.200 Fälle von Vergewaltigungen bzw. sexuellem Missbrauch von Kindern. Der Schwerpunkt der Straftaten liegt dabei eindeutig in den Bezirken Neukölln und Kreuzberg. Die Polizei ist ratlos und kann sich den Anstieg nicht erklären.
Gleichzeitig teilte Innensenator Ehrhart Körting mit, dass im vergangenen Jahr 728 jugendliche Intensivtäter registriert waren. Auch hier hat die Zahl seit 2005 stark zugenommen, damals waren es noch 514. Etwa 65 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen sind nichtdeutscher Herkunft, was den CDU-Abgeordneten Frank Henkel zu der Äußerung veranlasste, jugendliche Intensivtäter könne man unter der Formel »Jung, männlich, Migrationshintergrund« zusammenfassen. Obwohl das den neuen Zahlen nach tatsächlich auf zwei Drittel der Täter zutrifft, kam von der PDS sofort der Vorwurf, Henkel würde die Fremdenfeindlichkeit schüren. Vielleicht wird diese Fremdenfeindlichkeit aber eher durch solche Täter geschürt, die das Bild von Ausländern in Berlin mitprägen.
Während CDU-Abgeordnete ausländerrechtliche Möglichkeiten – also die Abschiebung – von Intensivtätern fordern, geht der Senat einen anderen Weg: Für jeden Täter ist nun immer derselbe Polizist und Staatsanwalt zuständig, Polizisten und Sozialarbeiter gehen in Schulen und Moscheen, um dort mit den Jugendlichen und Erwachsenen zu sprechen. Ob das eine und das andere was nützt, wird die Zukunft zeigen.
Von: Aro Kuhrt
(12. März 2007)
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