Polizeischüler gegen NS-Gedenken
Dass sie nichts mehr vom Holocaust hören wollten und »die Juden doch eh alles reiche Leute seien« gab eine Klasse in der Polizeischule Ruhleben vor drei Wochen von sich. Ein entsprechender Bericht der Berliner Zeitung wurde von der Polizei bestätigt, ohne dass sie jedoch den genauen Wortlaut der Äußerungen veröffentlichte.
Doppelt skandalös ist, dass diese Sprüche im Beisein eines Überlebenden des Holocausts fielen, der als Dozent in der Polizeischule von seinen Erfahrungen während der Nazizeit erzählen wollte. Der 83-jährige Isaak Behar hat damals seine gesamte Familie im KZ verloren, heute ist er Gemeindeältester der Jüdischen Gemeinde in Berlin.
Die jetzt bekannt gewordenen Sprüche legen nahe, dass es sich bei den Tätern um Antisemiten handelt, vielleicht sogar um Rechtsextremisten. Es wäre nicht das erste Mal: In der selben Schule wurden vor sechs Jahren ausländische Polizeianwärter von deutschen Ausbildern und Mitschülern diskriminiert.
Im Berliner Polizeiapparat fallen immer wieder mal Beamte mit rechtsextremen Gedankengut auf. So verschickte im vergangenen Frühjahr ein Kriminaltechniker des Landeskriminalamts offiziell anmutende E-Mails mit einem fiktiven ausländerfeindlichen Fragebogen an Kollegen. Wenige Wochen später wurde ein anderer Polizist wegen Volksverhetzung vom Dienst suspendiert.
Im neuen Fall reagiert die Politik wie gehabt: Man ist »erschrocken« und kündigt harte Konsequenzen an. Bis zum nächsten Mal.
Von: Aro Kuhrt
(21. März 2007)
Ähnliche Artikel:
Stichworte:
Antisemitismus, PolizeiKOMMENTARE:
Pinox
Es geschah in Berlin am 04.02. |











