Venedig in Berlin
Wer den neuen Hauptbahnhof noch in freier Natur sehen möchte, muss sich beeilen: In wenigen Monaten ist der Blick auf den Glaskasten nicht mehr so möglich wie jetzt. Grund dafür ist, dass noch in diesem Jahr mit Bauarbeiten zwischen dem Bahnhof, Spree und der Straße Alt-Moabit begonnen werden soll.
Hier entsteht das »Lehrter Stadtquartier«, in dem es neben Bürohäusern auch zwei Hotels geben soll. Die Immobilienfirma Vivico Real gab bekannt, dass sie sogar schon Mieter für die Gebäude hat. Nach Eröffnung des Quartiers will die Firma nordwestlich des Bahnhofs, direkt an der Invalidenstraße, ein 100 Meter hohes Bürohaus errichten.
Soweit sind die Planungen für den Humboldthafen noch nicht gediehen. Der 157 Jahre alte Hafen direkt am Hauptbahnhof ist nicht gerade eine Augenweide, aber auch das soll sich ändern: Derzeit läuft das Bieterverfahren für die Grundstücke, hier hat der Senat schon konkrete Nutzungsvorstellungen. Rund um das Hafenbecken soll eine 5- bis 7-geschossige Bebauung mit Hotels, Gastronomie und Wohnungen entstehen. Arkaden, Pontons und Stege sowie eine italienische Piazza sollen den Eindruck erwecken, dass sich der Humboldthafen direkt in Venedig befindet. Ob neben den Ausflugsdampfern künftig auch singende Gondoliere Touristen durch das Hafenbecken fahren, ist bisher aber nicht bekannt.
Von: Aro Kuhrt
(11. April 2007)
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»hotels, gastronomie, wohnungen« – harrharr. hotels gibt’s ja noch nicht genug. der ganze bahnhof ist ne gastro- und shoppingmeile. wohnungen – wer will da wohnen (stichwort bahnhofslärm), wer kann da wohnen (stichwort kosten)?
ich hoffe, das zögert sich noch ganz lange heraus. die gegend um den hbf hat was wild-romantisches, besonders im sommer ist es da einfach nur herrlich, und die temporäre nutzung der freiflächen für sandsation & strandbars find ich viel besser als das angekündigte schickimicki-viertel (haben wir davon nicht schon genug?). berlin soll blos nicht immer andere städte nachmachen (london, venedig, new york), sondern auch mal zu sich selbst stehen.
übrigens, der hbf ist nicht einfach blos ein »kasten« – so viel erkennungsfähigkeit von formen sollte schon drin sein ;-)