Startseite
SUCHE: (Groß-/Kleinschreibung beachten!)
Twitter RSS-Feed
  • Weblog
    Taxi-Weblog
    Erinnerungen
    Berlin
    Orte
    Geschichte
    Typen
    Spaziergänge
    Internet
    Medien
    Podcast
    Persönlichkeiten
    Maueropfer
  • Die Alkis im Park

    Die Taxihalte Turm- Ecke Stromstraße hält meist ein unschönes Schauspiel bereit, besonders bei warmen Wetter. In der Parkanlage, fünf Meter neben den wartenden Taxis, treffen sich die Alkis und Junkies der Gegend und lassen es sich gutgehen. Zu zweit oder in kleinen Gruppen sitzen sie auf den Bänken und Betonquadern. Es ist ein geselliger Haufen, niemand sitzt allein. Meist reden sie friedlich, nur manchmal wird das Gemurmel durch ein lautes Brüllen unterbrochen, wenn es einen Streit gibt.
    Passanten, die den Park durchqueren müssen, beeilen sich, sie haben Angst, angepöbelt zu werden. Doch nur ein Betrunkener lallt in eine Richtung, in der niemand steht. Sein imaginäres Opfer lässt er nicht aus dem Blick. Einer der Alkis tritt im Sitzen gegen seine Freundin, dann nimmt er den Hund auf den Arm und küsst ihn auf die Schnauze. Ein anderer lacht sich darüber kaputt und verspritzt dabei etwas von seinem Bier. »Pass doch auf«, schreit die Frau, »das schöne Bier!«
    Als drei Polizisten in grünem T-Shirt den Platz betreten, machen sich mehrere Jungs aus dem Staub, die eben noch teilnahmslos am Rand gestanden haben. Offensichtlich fühlen sie sich in ihren Geschäften gestört. Doch die Polizei interessiert sich nur für ein bewusstlos auf dem Rasen liegendes Pärchen, neben sich mehrere leere Tetrapaks, die mal billigen Wein enthielten.
    Von Hertie kommt ein Mann über die Straße, ca. 50 Jahre alt, grau, Halbglatze, speckige Aktentasche, Typ 60er-Jahre-Malocher. Er schimpft laut über die Alkoholiker, sie sollten doch arbeiten gehen, er erfüllt perfekt das klassische Spießer-Klischee. Oder doch nicht? Nachdem er eine Minute lang hasserfüllt auf die Szenerie geschaut hat, setzt er sich plötzlich dazu, holt ein Bier aus seiner Tasche und gehört sofort dazu.
    Anders der bullige BVG’ler,  kurzgeschoren, den Schnauzbart verdächtig schmal geschnitten: Er stolziert wie ein Panzer die U-Bahn-Treppe herauf, rempelt einen der herumstehenden Junkies an und marschiert unbeirrt weiter, die hinterhergerufenen Flüche beachtet er nicht. Der Junkie regt sich auf, schreit, kotzt plötzlich und bricht zusammen. Die Polizisten sind sofort zur Stelle und heben ihn wieder auf. Fluchend torkelt er weg. Ein kleiner Junge steht mit großen Augen daneben und versteht nicht, was hier vor sich geht. Ich auch nicht. Aber so ist hier täglich, im Park an der Taxihalte Turm/Strom.


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (20. April 2007)

    Ähnliche Artikel:

    Stichworte:



    KOMMENTARE:





       Pinox

    Maulkorb für die Maus

    Maulkorb für die Maus thumbnail

    Es geschah in Berlin am 08.02.

  • 1919 Bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Arbeitslosen kommen in der Weinmeisterstraße in Mitte zwölf Menschen ums Leben.
  • 1947 Als die aus Holz errichtete Gaststätte Karlslust in Hakenfelde abbrennt, kommen 80 Gäste ums Leben, 150 werden verletzt.
  • 1949 Die Berliner Universität Unter den Linden wird in "Humboldt-Universität zu Berlin" umbenannt.
  • 1978 Vor der Gedächtniskirche verbrennen sich der 29-jährige Helmut Kleinknecht und die 24-jährige Erika Ruppert aus Protest gegen den Hunger in der Welt.
  • 1981 Unbekannte knacken die Rohrpostleitung der Berliner Spielbank und fangen Geldbomben mit 562.000 DM ab.
  • Letzte Kommentare


  • Die Geschichte der Brunnenstraße Eine Reise durch die Ackerstraße
    Wandbilder Berlin Taxi-Weblog
  • Stichworte



  • Andere interessante Blogs und Websites:

  • LINKTAUSCH?
  • SPEZIELL BERLIN
    ADMIN    185 Abfragen in 0,614 Sekunden