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  • Der König tritt ab

    Der König tritt ab

    Es hatte schon was Drama­tisches, wie Horst Köhler heute sein Amt als Bundespräsident niedergelegt hat. Die Unterstellung, er habe einen grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen befürwortet, entbehre jeder Rechtfertigung, sagte Köhler. Das lasse den notwendigen Respekt vor dem höchsten Staatsamt vermissen. Warum das gleich ein Rücktrittsgrund sein sollte, lässt er offen. Das Wort »Majestätsbeleidigung« drängte sich sofort auf.

    In der Politik ist es nicht unüblich, dass sich die Beteiligten ihre Meinung offen an den Kopf werfen und auf Sentimentalitäten wenig Rücksicht nehmen. Köhlers Äußerungen am 22. Mai zu Bundeswehreinsätzen waren durchaus geeignet, sie unterschiedlich zu verstehen. Auch mein erster Eindruck war: Endlich sagt jemand die Wahrheit – Krieg für eine funktionierende Wirtschaft. Genau das wurde dem Präsi dann auch vorgeworfen, aber er ließ es von seiner Pressestelle sofort abstreiten.

    Falls er es doch so gemeint hat, hätte er den Mut haben sollen, dazu zu stehen. War es nur eine falsch vestandene Äußerung, so verstehe ich nicht, warum er nun so eingeschnappt alle hinwirft und seinen sofortigen Rücktritt erklärt, ohne der Bundesversammlung die Möglichkeit zu geben, wenigstens erstmal einen neuen Bundespräsidenten zu wählen.
    Der »Würde des Amtes« angemessen ist dieses Verhalten jedenfalls auch nicht.


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    Von: Aro Kuhrt

    (31. Mai 2010)

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    KOMMENTARE:

    1. B-like-Berlin am 31. Mai 2010 um 17:13 Uhr

      Wir wissen ja alle nicht, was hinter den Kulissen abgegangen ist. Möglicherweise werden jetzt viele Krokodilstränen von denen vergossen, die das Messer im Gewand trugen.

      Da kann man ja gespannt sein was passiert. Wie wäre es damit: Ein SPD-Kandidat wird neuer Präsident und danach gibt es wieder eine Große Koalition? Eine Frau wird wohl nicht zum Zuge kommen – zwei Frauen an der Spitze des Landes … unwahrscheinlich.

    2. Aro Kuhrt am 1. Juni 2010 um 02:22 Uhr

      SPD-Kandidat? Wohl unwahrscheinlich. Eher Schäuble oder sowas.
      Ab Liebsten wäre mir ja Heiner Geisler, trotz CDU. Aber vor dem haben sie wohl alle Schiss.
      Hauptsache, die CSU setzt sich nicht durch, die präsentieren glatt den Stääääoiber.

    3. Aro Kuhrt am 1. Juni 2010 um 03:44 Uhr

      Mist, ich hab’s befürchtet: http://is.gd/cxzgn





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