Stadtteilmütter in Neukölln
Sie sind gestandene Frauen, fast alle zugewanderte Türkinnen. Und sie kümmern sich darum, dass andere türkische Frauen in ihrem Kiez nicht untergehen. Viele die seit Jahren oder Jahrzehnten in Berlin leben, kommen kaum aus dem Haus, sie sprechen kein Deutsch, können sich in der Gesellschaft nicht bewegen. Die »Stadtteilmütter« aus Neukölln wollen das ändern, seit zwei Jahren besuchen sie die Frauen und ihre Familien, um ihnen im Alltag zu helfen, zum Beispiel bei Problemen mit Behörden, den Schulen der Kinder, Ärzten, Vermietern. Sie wollen die Isolation, unter der viele Immigrantenfrauen leiden, aufbrechen.
166 Kiezmütter gibt es jetzt in Nord-Neukölln, sie kümmern sich um über 2000 Frauen. Das Programm läuft über drei Jahre und kostet knapp eine Million Euro, finanziert durch den Bezirk und die Senatsverwaltung für StadtÂentwicklung. Mit diesem Geld wird die Ausbildung und der Einsatz bezahlt, sowie Informationsmaterial, das die »Mütter« (die meistens wirklich Mütter sind) mitbringen. Das Programm ist so erfolgreich, dass es nun auch in Moabit eine ähnliche Initiative gibt. Hier sind bisher zehn Frauen beteiligt.
Von: Aro Kuhrt
(8. Juni 2007)
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