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  • Peinliche FDP-Aktion

    »FDP = Foll Die Peinlichen« steht an eine Kreuzberger Hauswand gesprüht. Dieser Satz ist zwar grammatisch nicht ganz korrekt, inhaltlich aber durchaus. Dass sich die Partei der Besserverdienenden nicht zu schade ist, sich selbst zum Clown zu machen, wissen wir spätestens seit Möllemann. Doch auch ihr Berliner Fraktionsvorsitzender Martin Lindner kennt keine Gnade:

    In Kreuzberg demonstrierte er gestern mit einigen unerschrockenen Parteifreunden, dass die FDP sich nicht nur als Bürger-, sondern auch als Burgerrechtspartei versteht: Mit 300 Hamburgern von McDonalds zogen sie vor die Handelsberufsschule in der Wrangelstraße, um dort ihre Burger kostenlos an die Schüler zu verteilen. Damit wollten sie dagegen protestieren, dass viele Kreuzberger den Bau eines Burger-Restaurants gegenüber dieser Schule ablehnen. Sicher haben sich die Parteikämpen gedacht, dass sie mit ihrer Aktion bei den Berufsschülern punkten können, alle Jugendlichen essen schließlich Hamburger, das weiß man ja. Doch die Burgerliberalen haben sich geirrt: Kaum einer der Schüler hatte Interesse an den Lebensmitteln, die bei 30 Grad in der Sonne ein zweites mal gebrutzelt wurden.
    Natürlich wollte die Partei diese Aktion öffentlichkeitswirksam ausschlachten. Das angereiste Team der Abendschau fing aber statt hungriger Begeisterung hauptsächlich Ablehnung bei den Schülern ein. Da nützte es auch nichts, dass Lindner auf altlinke und feministische Parolen zurückgriff wie »Mein Bauch gehört mir« oder »Es geht um die Freiheit«. Dass sich auch der Parteinachwuchs nicht zu doof für solche Aktionen ist, bewies der Vorsitzende der Jungliberalen, Mischa Hecker. Auf die vielen übrig gebliebenen Burger angesprochen behauptete er, diese wurden zurückgehalten, um sie den armen Leuten am Kottbusser Tor zu bringen – »um ihnen was Gutes zu tun, dafür treten wir an!«


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (8. Juni 2007)

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    KOMMENTARE:

    1. Franziska Schubert am 8. Juni 2007 um 12:42 Uhr

      Zunächst einmal müssen Aussagen des Berichts richtig gestellt werden, denn die Publizierung von falschen Informationen ist doch für jedes Medium eine peinliche Vorstellung. Bei der besagten Aktion wurden genau 150 Ham- bzw. Cheeseburger und 20 Salate innerhalb kürzester Zeit verteilt. Wir haben von vielen Schülern ein durchweg postives Echo erhalten. Häufig wurde von den Schülern kritisiert, warum Herr Ströbele sich um solch eine Lapalie kümmert und die wahren Probleme des Bezirs überhaupt nicht wahrnimmt.
      Von feministischen und altlinken Parolen kann keine Rede sein. Denn der Leitspruch der Aktion hieß »Freie Burger für freie Bürger« ( also zitieren sie bitte richtg ). Wenn das keine liberaler Spruch ist, dann weiß ich es auch nicht. Eine weitere Parole hieß »Schluss mit der Ernährunsdiktatur« und gibt damit mitnichten altlinke oder feministsiche Parolen wieder. Uns ging es darum auf die Wahlfreieheit auch in kulinarischen Aspekten aufmerksam zu machen. Der mündige Burger darf immer noch selbst entscheiden, was er gern essen möchte und die Politik, allen voran Herr Ströbele, sollte sich hüten Speisekarten aufzudiktieren. In seinem so freiheitsliebeden Stadtteil wie Kreuzberg kann es doch nur im Sinne der Bewohner sein die Freiheitsrechte des Bürgers zu verteidigen. Denn die Bürger sind auch diejenigen, die entscheiden, ob sie einen McDonalds haben wollen oder nicht, indem sie ihn besuchen oder gerade meiden. Warum dann eigentlich solch eine künstliche Aufregeung? Es lohnt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Aktion, in der man die bekannten Vorurteile gegen die FDP/ Junge Liberale der Objektivität halber einfach mal ausblenden müsste, sodass man vielleicht mit ein bisschen Schrecken feststellt, dass man für das gleiche Prinzip einsteht: Wahlfreiheit!

    2. Hannes Breitenfeld am 8. Juni 2007 um 22:27 Uhr

      Ich kann meiner Vorrednerin inhaltlich voll zustimmen. Außerdem noch folgende Anmerkungen zu diesem Blog-Artikel:
      Der Bloger ist nur von dem Bericht der rbb-Abendschau ausgegangen, der an Oberflächlichkeit, Einseitigkeit und FDP-Feindlichkeit wohl kaum noch zu überbieten ist und dann sogar definitive Falschaussagen hervorgebracht hat. Man sollte sich auch mal die Berichterstattung in der Berliner Zeitung durchlesen, selbst die BILD war genauer und objektiver als es der rbb gestern abend war. Die beste Berichterstattung hatte TV Berlin in seinen Nachrichten, dort kamen alle Seiten zu Wort und zwar auch so, dass man nicht einseitig informiert war.
      Lieber Blogger: ich empfehle immer eine mehrschichtige Nachrichtenanalyse, bevor man sich an politische Kommentare wagt. Dieser hier ist nicht nur inhaltlich völlig an der Aussage der Aktion vorbeigegangen sondern genauso polemisch wie der substanzlose rbb-Bericht.

    3. Julis Berlin am 24. November 2009 um 20:27 Uhr

      Die restlichen Burger wurden tatsächlich an Obdachlose verteilt, die sich darüber gefreut haben. Der Artikel schäumt ja nur so vor Liberalenhass. Warum eigentlich?

    4. Aro Kuhrt am 25. November 2009 um 04:24 Uhr

      @ Julis Berlin (alle?)
      Sorry, aber »Liberalenhass« kann ich darin nicht entdecken. Es ist nicht alles gleich Hass, was nicht Zustimmung ist.





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