Mit Stasis gegen die Stasi
Dass in der Bundesbehörde für die Unterlagen der Staatssicherheit (BStU) ehemalige Stasiangehörige arbeiten, weiß die Öffentlichkeit spätestens seit dem Buch »Magdalena«, in dem der ehemalige DDR-Schriftsteller und Oppositionelle Jürgen Fuchs seine Arbeit in der Behörde nach der Wende beschrieb. In diesem Buch, das kurz vor seinem Tod erschien, äußert er sich verbittert darüber, in den Räumen der einstigen Staatssicherheit plötzlich mit einigen seiner Peiniger konfrontiert zu sein.
Der damalige Bundesbeauftragte Joachim Gauck hatte die Ex-Stasis angestellt, weil sie sich am besten mit den Unterlagen und der Struktur der Dokumente auskannten. Ob dies schlau und moralisch zu rechtfertigen war, ist zu bezweifeln. Insgesamt geht es um 54 hauptamtliche MfS-Angehörige, sowie um zwei Spitzel (»inoffizielle Mitarbeiter«), die heute noch für die Stasi-Unterlagen-Behörde arbeiten.
Die heutige BStU-Chefin Marianne Birthler sagt zwar, dass sie nicht glücklich mit diesem Umstand ist, sie könne ihn jedoch nicht ändern. Eine Entlassung oder Versetzung der einstigen Stasi-Leute ist arbeitsrechtlich nicht möglich, da sie ihre Herkunft bei der Einstellung nicht verschwiegen haben.
Mittlerweile rät ein Gutachten, das von Kulturstaatsminister Bernd Neumann in Auftrag gegeben war, die BStU dem Bundesarchiv anzugliedern.
Von: Aro Kuhrt
(26. Juni 2007)
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