Pflügers Kinn-Blog
Warum erinnert mich dieser Mann bloß ständig an meinen Vater? Ich glaube, dass es die Posen sind, die mir so verdammt unerträglich bekannt vorkommen. Man kennt das z.B. von George Bush: Auf jedem zweiten Bild von einem Auftritt in der Öffentlichkeit steht er da, einen Arm zum Gruß erhoben und winkt jemandem Imaginären zu. Niemand kann so viel Freunde haben und er erst recht nicht. Man merkt ihm die Schauspielerei an, dieses Unechte, Plastikartige in seinem Lachen und Winken.
Genauso hat auch Friedbert Pflüger offenbar jemanden, der ihm gesagt hat: »Halte Dein Kinn mit einer Hand fest!«. Das soll wohl Seriosität und Nachdenklichkeit symbolisieren, aber in der Vielzahl dieser dargestellten Pose ist es nur noch peinlich. Seit drei Tagen hat Pflüger nun ein eigenes Weblog und auf beiden Fotos hält er wieder sein Kinn. Er versucht schon wieder so auszusehen, wie sich Wilmersdorfer Witwen ihren CDU-Abgeordneten wünschen. Und genauso schreibt er auch: Grau, spießig, verquast. Auch mein Vater hat immer versucht, jeden Satz so zu formulieren, dass er absolut unangreifbar ist. Super-korrekt, bis man glaubte, dass man mit einer Maschine spricht. Genau das ist Pflügers Methode. Hinter der exakt-formalen Fassade verschwindet der Mensch. Schlimmer wäre es nur noch, wenn der Mensch Pflüger dieser Fassade entsprechen würde.
Aber er hat es auch nicht leicht: Gerade in Berlin, wo er den locker auftretenden Regierenden Klaus Wowereit stürzen will, stehen die Chancen für einen gestelzten Politiker ganz schlecht. Ob er wirklich glaubt, als Diepgen-Steffel-Klon punkten zu können? Sein Blog jedenfalls hilft ihm dabei nicht, zumal seine Unehrlichkeit offensichtlich ist: »Ich möchte Ihnen etwas von mir erzählen … Ich möchte Ihnen von meinen Empfindungen berichten, wenn ich morgens die Zeitung aufschlage, von meinen Erlebnissen im Alltag. Ich möchte, dass Sie mich etwas näher kennen lernen.« Pflüger streitet ab, dass das Blog ein neuer PR-Anlauf ist, und doch zeigt der Seitentitel im Html-Text das wahre Gesicht: »CDU-Blog« ist eben nicht Pflügers Blog. Oder auf unbeabsichtigte Weise doch.
Von: Aro Kuhrt
(24. August 2007)
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Es geschah in Berlin am 08.02. |












Sehr schön finde ich wie er auf die ersten Kommentare antwortet. Ungefähr: In den nächsten Tagen wird man schon sehen, dass er die Texte selbst verfasst… :-))
Mit der Hand lenkt er vermutlich von seinem Doppelkinn ab.