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    Wer wie ich Disneys Lustige Taschenbücher zu seiner regelmäßigen Lektüre zählt kennt die Situation: Irgendein neuer Laden eröffnet und Massen von Menschen, meist Frauen, stürmen durch Tür und Scheiben, um sich schlagend, und gierig die Sonderangebote krallend wieder rausstürmen. Genau dieses Bild bot sich mir vor vier Stunden, als um Mitternacht das neue Einkaufs-Center Alexa eröffnete. Schon seit einigen Stunden waren die Straßen gesperrt, mindestens tausend Menschen drängten ins Gebäude, ständig kamen weitere aus allen Richtungen. Eine Stunde später rückte die Polizei mit größerem Aufgebot an, es gab Schläge und Festnahmen, mehrere Krankenwagen waren im Einsatz. Gegen 1.30 Uhr dann die Lautsprecherdurchsage, dass das Center aus Sicherheitsgründen bis zum 5 Uhr schließt, die ca. 500 Wartenden, die sich in einer langen Schlange über die Straße bis auf den Alexanderplatz reihten, blieben trotzdem dort.
    Draußen sah man mittlerweile weitere Massen, diesmal in die andere Richtung ziehend, sie hatten vor allem die roten Tüten des Elektronikmarktes dabei. Andere fuhren mit hoch beladenen Fahrrädern oder Handwagen fort, kleine Kinder schleppten große Kartons, Männer und Frauen daneben mit zig Tüten in den Händen. Es war, als würde es heute alles umsonst geben, eine unwirkliche Situation. Irgendwo habe ich dieses Bild doch schon mal gesehen, aber ich meine nicht im Comic. Genau: Damals in der Nacht des 9. November 1989, als ebenfalls Menschenmassen glücklich durch die Tore drängten. Ist es pervers, das zu vergleichen?


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    Von: Aro Kuhrt

    (12. September 2007)

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