Toter Winkel bei den Grünen
Nachdem diese Woche wieder einmal ein Mensch durch ein abbiegenden LKW ums Leben gekommen und ein anderer schwer verletzt wurde, forderten die Grünen im Abgeordnetenhaus nun ein generelles Tempolimit von 30 km/h auf allen Berliner Straßen ohne Radweg.
Was diese Forderung mit einer Verringerung dieser Unfälle zu tun hat, ist jedoch schleierhaft. Erstens biegen Lastwagen sicher nicht mit einer solch hohen Geschwindigkeit ab, sonst würden sie nämlich umkippen. Zweitens liegt das Problem am sogenannten »toten Winkel«, also jenem Bereich, den der LKW-Fahrer im Rückspiegel nicht sehen kann. Noch immer fahren die meisten Lastwagen ohne den zusätzlichen sog. Dobli-Spiegel, der erst ab 2009 Pflicht wird. Mit diesem Weitwinkelspiegel gibt es keinen toten Winkel und damit auch weniger tote Radfahrer. Doch dem Bundesrat sind die finanziellen Belastungen von ca. 150 Euro pro Fahrzeug offenbar wichtiger, als schnell Abhilfe zu schaffen und Menschenleben zu retten.
Doch zurück zu dem Vorschlag der Grünen: Sie wollen die 30er-Pflicht auf allen Straßen ohne Radweg. Dabei plädieren Fahrradclubs schon seit Jahren dafür, dass die Radwege abgeschafft und durch spezielle Spuren auf der Straße ersetzt werden. Dadurch sind Radfahrer vom Autoverkehr nicht optisch getrennt, also leichter wahrnehmbar. Warum nun ausgerechnet die Straßen ein Tempolimit erhalten sollen, die keinen Radweg haben, ist völlig unerklärlich. Abgesehen davon, dass ein generelles 30er Limit den Verkehr in der Stadt erhöht, da die Autos länger unterwegs sind.
Von: Aro Kuhrt
(27. September 2007)
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Es geschah in Berlin am 08.02. |











