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  • Verlogene Ehrung

    Der Berliner Senat hat am Montag zwölf Personen den Verdienstorden des Landes Berlin verliehen. Der Regierende Bürgermeister meinte in seiner Rede u.a.: »Die heute zu ehrenden Persönlichkeiten haben sich in unterschiedlicher Weise mutig und vorausschauend Herausforderungen gestellt, Veränderungen nicht abgewehrt, sondern zum Wohle der Menschen gestaltet. Sie sind Vorbilder, die in einer Metropole wie Berlin Orientierung geben.« Wie bitte? Sicher, unter den Geehrten sind Leute wie Volker Ludwig, der mit seinem Grips-Theater seit über 40 Jahren Berliner Kindern und Jugendlichen Theater-Kultur nahe bringt. Oder Manfred Fischer, Pfarrer der Versöhnungskirche an der Bernauer Straße, der vor und nach dem Mauerfall viel dafür getan hat, die Unmenschlichkeit des Grenzregimes aufzuzeigen, gleichzeitig aber die Menschen in Ost und West zusammenzubringen.
    Womit aber hat Thomas Dörflein, der Pfleger des Eisbären Knut, einen solchen Orden verdient? Oder Mathias Döpfner, Steh-auf-Männchen-Journalist bei Axel Springer und Namensgeber der Döpfner-Kurve (beschreibt spöttisch das Phänomen, dass da, wo Mathias Döpfner auftaucht, die Auflage einer Zeitung sinkt).

    Wirklich verlogen aber ist wohl die Ehrung von Eberhard Diepgen. Ausgerechnet sein Nachfolger und politischer Konkurrenten Klaus Wowereit hatte die Ehre, Diepgen für dessen »Leistungen« auszuzeichnen. Spendenaffäre, Bankenskandal? Verziehen. Vergessen, dass Diepgen »zum Wohle der Menschen« Berlin in die Pleite trieb. Dass er einer derjenigen war, die die Provinzialität zum höchsten Gut erhob und den Filz zum Alltag. Vielleicht auch deshalb Wowereits Milde: Immerhin regierte seine SPD zehn Jahre lang gemeinsam mit Diepgens CDU in der Großen Koalition.


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (3. Oktober 2007)

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    KOMMENTARE:

    1. Stef am 3. Oktober 2007 um 18:54 Uhr

      Orden sind wie Hämorrhoiden – irgendwann bekommt jeder Arsch welche…





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