Kurfürsten-Straßenstrich
In den 70er und 80er Jahren war die Gegend rund um die Potsdamer Ecke Kurfürstenstraße die Reeperbahn Berlins: Sexshops, Bars, Bordelle und Prostitution auf der Straße, dazu Dreck und Kriminalität. Dann begann der Bezirk gegenzusteuern, die meistens Bars mussten schließen, neue Konzessionen für Sexbetriebe wurden nicht erteilt. Zwar hat die Potsdamer Straße noch immer keinen besonders guten Ruf, aber die krassen Schmuddelzeiten sind vorbei. Nur an der Kreuzung zur Kurfürstenstraße sieht es noch aus wie damals: Tagsüber stehen hier drogenabhängige junge Mädchen, abends die russischen Damen, teilweise im Hausfrauenlook. Im ehemaligen Wegert-Haus, direkt an der Ecke, befindet sich ein Sex-Kaufhaus, die oberen drei Etagen stehen leer.
Genau in dieses Haus soll nun das zweite Großbordell der Stadt einziehen. Schon im vergangenen Jahr öffnete in der Halenseestraße mit dem Artemis ein gut gehendes, sogenanntes »Laufhaus«. Offenbar verspricht man sich nun in Schöneberg einen ähnlichen Erfolg. Aus baurechtlichen Gründen kann das Projekt kaum verhindert werden, sagt das Bezirksamt. Trotzdem machen Anwohner und nahe Gewerbetreibende nun mobil. Mit Veranstaltungen, Protesten und einer Unterschriftenliste wollen sie das Massenbordell noch verhindern.
Von: Aro Kuhrt
(9. Oktober 2007)
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