Wachschutz an den Schulen

Seit dem 10. Dezember stehen an insgesamt 13 Neuköllner Oberschulen Wachschutzmänner an den Eingängen. Sie haben Uniformen an und versuchen bei den Schülern Respekt zu wecken. Allerdings wissen die Jugendlichen, dass die Aufpasser nicht bewaffnet sind und auch sonst in ihren Rechten sehr eng beschnitten sind. Die Aufgaben der Wachschutzleute ist, zu verhindern, dass schulfremde Personen auf das Gelände kommen und dass es in der Schule zu Gewalttaten kommt.

Also: Wenn sich zwei Freunde aus Spaß auf dem Schulhof rangeln, müssen sie künftig damit rechnen, deswegen von der Privatpolizei zum Rektor geschleift zu werden? Und wenn eine „schulfremde Person“ ins Sekretariat will, weil sie sich z.B. über die schulischen Angebote informieren will, wird sie dann einfach durchgelassen? Oder darf sie nicht rein? Oder muss ein Aufpasser mit? Aber dann steht nur noch einer draußen und wenn dann noch eine Person kommt?
Vielleicht ist dieser Wachschutz wirklich nötig, es gibt ja tatsächlich oft Prügeleien und Abzieherei in und vor den Schulen. Das werden aber die Wachschützer nicht verhindern können, schließlich ist es immer so, dass man sich einen anderen Weg sucht, wenn der bisherige versperrt ist. Missliebige oder wehrlose Schüler werden dann eben auf dem Heimweg überfallen, verhindern kann man das mit uniformierten Privatpolizisten nicht.
Stattdessen wird den Jugendlichen zweierlei vorgeführt:
1. Die Schule kann aus sich selbst heraus ihren Schülern keinen Schutz mehr bieten.
2. Jeder ist verdächtig. Wer jeden Morgen an einer Kontrolle vorbei muss, wird sich bestimmt nicht mehr wohlfühlen. Zumal man aus den USA weiß, wo das hinführt: Dort müssen Schüler am Eingang sogar durch einen Metalldetektor gehen und ihre Sachen durchsuchen lassen. Wer weiß, wann das in Deutschland eingeführt wird. Der nächste Schritt ist dann vielleicht eine generelle Fingerabdruckdatei in jeder Schule?

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