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  • Die Grauen lösen sich auf

    Die Partei »Die Grauen – Graue Panther« löst sich auf. Das birgt sicher einiges an Lästerungspotenzial und bestimmt feilen die ersten Comedians schon an einem Wortspiel. Aber so lustig ist das nicht. Hintergrund der Auflösung ist ein Spendenbetrug, der eine Strafe von 8,5 Millionen Euro nach sich zog. Dies kann die kleine Partei nicht zahlen und daher hat der Bundesvorstand die Auflösung beschlossen, ein Sonderparteitag im Februar wird das offiziell bestätigen. Damit ist ein Projekt am Ende, das für die Emanzipation alter Menschen eintrat und das der deutschen Öffentlichkeit gezeigt hat, dass alt nicht gleich senil bedeutet. Auch Alte haben Bedürfnisse und Rechte und die forderten sie seit 1975 als Seniorenschutzbund Grauen Panther ein. Vor allem die 1925 geborene Trude Unruh trieb die Gründung einer eigenen Partei voran. Mit den »Grauen« hatten ab 1989 die Senioren ein offizielles Sprachrohr. Viele alte Menschen engagierten sich in der neuen Partei, Tausende setzten ihre Hoffnung dort hinein. In einer Gesellschaft, die Alte oft in Heime abschiebt, war die Gründung einer eigenen Partei ein Hoffnungsschimmer, auch wenn sie dann nie wirklich Einfluss errang. Der größte Erfolg der Grauen liegt noch gar nicht lange zurück: Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin 2006 erhielten sie 3,8 Prozent der abgegebenen Stimmen, was aber nicht zum Einzug ins Parlament reichte. Gleichzeitig trat die Partei zu den Wahlen von acht Bezirksverordnetenversammlungen an, hier kamen sie in alle Bezirksparlamente. Am meisten Stimmen erhielten sie in Reinickendorf, 7 % der Wähler stimmten für die Grauen.
    Das Traurige an der jetzigen Auflösung ist, dass es zwar wahrscheinlich nur wenige Funktionäre waren, die für den Spendenbetrug verantwortlich waren, aber viele aktive Mitglieder ihre politische und soziale Heimat verlieren. Voriges Jahr hatte ich einen Fahrgast, der ebenfalls bei den Grauen Panthern aktiv ist und der mir erzählte, dass es für ihn eine Katastrophe wäre, wenn es die Partei mal nicht mehr gäbe. Dabei stand die Auflösung damals noch gar nicht auf der Tagesordnung, aber es war bereits klar, dass es Probleme gibt. Solche Leute sind es, die mir leid tun. Und die darunter leiden müssen, weil manche mit unsauberen Methoden arbeiten.


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    Von: Aro Kuhrt

    (29. Januar 2008)

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