Nazikompass vom Verfassungsschutz
Das Landesamt für Verfassungsschutz hat in einer Studie herausgefunden, wo es die meisten Angriffe von Neonazis in Berlin gab. Wirklich überraschend ist das Ergebnis nicht: In den Bezirken Pankow, Lichtenberg und Treptow-Köpenick häufen sich rechtsextremistische Gewalttaten schließlich schon seit vielen Jahren. Lediglich das gute Abschneiden von Marzahn-Hellersdorf verwundert, hier wurden nur ein Drittel soviel Angriffe wie in Pankow registriert.
Unter Pankow muss man jedoch nicht nur den alten Stadtbezirk rechnen, sondern auch den Süden, also Prenzlauer Berg. Etwa die Hälfte aller hier registrierten Überfälle durch Neonazis fanden zwischen Schönhauser Allee und Greifswalder Straße statt, also genau da, wo auch die alternative Szene wohnt, sowie viele Linke. Und sie – und nicht etwa Ausländer – sind auch die bevorzugten Opfer der rechten Schläger. Fast immer ging es gegen erkennbare Autonome, Alternativies oder Punks. Die meisten Übergriffe erfolgen zufällig und ungeplant. Und sehr oft wohnen die Täter auch in der Gegend.
Was lernen wir daraus? Der Prenzlauer Berg ist so links-alternativ nicht, wie es immer vermutet wird. Und wenn man sein linkes Outfit einigermaßen ungefährdet demonstrieren möchte, sollte man sich nach Tempelhof-Schöneberg begeben Denn dort wurden die wenigsten rechten Gewalttaten registriert.
Von: Aro Kuhrt
(9. Februar 2008)
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