Wieder Polizist in Neukölln erschossen
Zwar stuft die Polizei den Volkspark Hasenheide in Neukölln schon seit Jahren als »gefährlichen Ort« ein – aber wirkliche Konsequenzen hat das nicht. Da nutzen auch Kinofilme wie »Knallhart« nichts, der gerade in den Kinos angelaufen ist. Ein Höhepunkt des Films ist eine Drogenrazzia der Polizei am Eingang zur Hasenheide. Genau am selben Ort wurde am vergangenen Freitag einem Zivilpolizisten ohne Vorwarnung in den Kopf geschossen. Er wurde lebensgefährlich verletzt und ist am 20. März gestorben.
Wer die Hasenheide besucht, kennt das Bild: Überall stehen kleine Grüppchen von Dealern herum, oft in den Büschen. Dass es meistens Schwarze sind, ist kein Vorurteil. Egal ob im Sommer oder Winter, morgens, tagsüber oder abends: Man tut gut daran, sich in der Hasenheide bald auf eine Wiese zu verdrücken und nicht zu genau hinzuschauen, um nicht von einer Gruppe Jugendlicher angepöbelt und bedroht zu werden. Diese Verhältnisse sind seit Jahren bekannt, die wenigen Polizeirazzien stören die Drogendealer nicht. Als im vergangenen Jahr eine Gruppe Nachbarn dagegen vorging und offensiv den Park nutzen wollte, wurde sie sogar von der Polizei zurückgepfiffen – aus Sicherheitsgründen. Offenbar sieht sich die Polizei nicht in der Lage, gegen den organisierten Drogenhandel vorzugehen. Dies ist übrigens auch an anderen Stellen der Stadt so. Im Weinbergspark in Mitte tummeln sich die Drogenverkäufer sogar direkt gegenüber einer Polizeiwache, auf den U-Bahnhöfen in Moabit sind ständig Gruppen von Dealern präsent. Wenn ein Fahrgast nicht gleich in den nächsten Zug einsteigt, riskiert er Ärger durch die teilweise sehr jungen Männer.
Am Freitag erwischte es nun den Polizisten Uwe L., der zusammen mit zwei Kollegen gegen 21.20 Uhr in der Fontanestraße nach Columbiadamm unterwegs war. Als sie zwei Männer kontrollieren wollten, schoss einer von denen sofort. Ein Mann wurde verletzt, mehrere Kugeln schlugen in einer Wohnung ein, in der sich mehrere Menschen befanden, die aber nicht getroffen wurden.
Vor fast genau drei Jahren wurde ebenfalls in Neukölln ein Polizist erschossen, als er zusammen mit Kollegen eine Wohnung stürmte. Hier hielten sich Mitglieder einer kriminellen libanesischen Gruppe auf, denen u.a. Mord und Drogenhandel vorgeworfen wurde. Auch damals gab es keine Vorwarnung durch den Schützen.
Von: Aro Kuhrt
(19. März 2006)
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Es geschah in Berlin am 04.02. |











