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  • Autonome verdrängen Kunstprojekt

    Bethanien
    32 Jahre lang arbeitete am Mariannenplatz das »Künstlerhaus Bethanien«. Künstler aus zahlreichen Ländern haben hier Ateliers, hunderte Ausstellungen machten das Haus in der ganzen Welt bekannt. Dies ist nun vorbei. Aufgrund einer jahrelangen Besetzungsaktion von Kreuzberger Autonomen ist das Künstlerhaus gezwungen, sich ein neues Gebäude zu suchen. Unter der schützenden Hand des Grünen-Bürgermeisters konnten sich die Linksextremisten durchsetzen.
    Mit Demokratie oder Recht hat das nichts mehr zu tun. Nach ihrer Räumung aus der Yorckstraße 57 vor zweieinhalb Jahren besetzten 60 Autonome kurzerhand einen Flügel des einstigen Bethanien-Krankenhauses. Brandanschläge, eingeworfene Scheiben und angezündete Autos begleiteten diese Aktion. So wurde den eigentlichen Mietern des Künstlerhauses von vornherein klar gemacht, zu was die Besetzer oder ihre Unterstützer bereit sind. Tatsächlich kam es nach der Besetzung immer wieder zu Angriffen, Drohungen wurden an die Wände gesprüht, Türen aufgebrochen. Nach der BVV-Entscheidung vom vergangenen Mittwoch, dass die Autonomen bleiben dürfen, gibt die Künstlerhaus Bethanien GmbH auf. Zusammen mit der ebenfalls hier ansässigen Druckwerkstatt des Verbandes Bildender Künstler Berlins verlassen sie das Haus am Mariannenplatz spätestens Ende des Jahres.
    Damit hat der Terror gesiegt. Bezirksbürgermeister Schulz spricht hämisch von einer »historischen Entscheidung nach langen und kontroversen Debatten«. Er muss sich fragen lassen, welches Geistes Kind er ist. Dass sich hier die Gewalt gegen das Recht durchgesetzt hat, hat nämlich nichts mit »Debatten« zu tun, sondern ausschließlich mit Erpressung. Ob der Bezirk genauso reagiert, wenn demnächst Neonazis oder religiöse Fundamentalisten durch Besetzung und Terror ein eigenes Zentrum erstreiten wollen? Offenbar gibt es in Kreuzberg zweierlei Recht.
    Es bleibt nur zu hoffen, dass die Künstlerhaus GmbH in der jetzigen Form weiter existieren kann und einen neuen Standort findet.


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (1. März 2008)

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