Erotik-Museum

Wen es schon immer mal interessiert hat, wie vor 2.000 Jahren in China der Geschlechtsakt zwischen Mann und Frau vollzogen wurde, kann sich darüber im Erotik-Museum informieren. Allerdings: Man sollte nicht zu viel erwarten, denn schon damals war es vor allem das „alte Rein-Raus-Spiel“, das zu Spaß und letztendlich zu reichem Kindersegen führte.
Trotzdem schafft es dieses „Beate Uhse Erotik-Museum“, drei Etagen mit Exponaten zum Thema Sex und Erotik zu füllen, ohne dabei ins Pornografische abzugleiten. Und wer auf der Suche nach dem Besonderen ist, kann durchaus fündig werden: So wird unter anderem ein 2.000 Jahre alter Priapus ausgestellt, die Figur eines griechischen Fruchtbarkeits-Dämons, der sich seinen Penis wie ein Schal um den Hals legt.
Der Penis, der Busen, die Vagina, das Liebensspiel, der Koitus – es ist schon enorm, wie eine Ausstellung, die ein solch eingeschränktes Thema behandelt, immerhin 5.000 Exponate zusammen bringt. Dafür sieht man dann aber auch Figuren in zigfacher Ausführung, wie sie den Koitus vollziehen, mannsgroße Penisse, und auch Dildos aus mehreren Jahrhunderten. Dazu kommt die Bilderausstellung, in der Zeichnungen von Zille neben Bildgeschichten aus dem alten Japan und China hängen. Und wie ein Kunstwerk aus unserer Zeit hängt – eingerahmt – eine Aktie der Beate Uhse AG.

Doch das anrüchige anmutende Haus ist ein Publikumsmagnet, nach eigenen Angaben kommen jährlich über 700.000 Besucher, und diese müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Wieso eigentlich, wenn man doch nichts Pornografisches zeigen möchte?
Vielleicht macht ja auch der nahtlose Übergang zwischen Museumsbereich, Cafe und Pornoshop inklusive entsprechenden Video-Kabinen dieses Haus so interessant. Doch es sind durchaus nicht nur Männer, die das Museum besuchen, um sich dann im Anschluss der sexuellen Befriedigung hinzugeben. Ein großer Teil der Besucher ist weiblich, allerdings beobachtet man dann meist Paare, einzelne Frauen sind hier nur sehr selten anzutreffen. Offenbar ist die Angst doch groß, von Männern angebaggert zu werden, die durch die tausendfache Darstellung von Sex-Praktiken aufgeheizt wurden.

Beate Uhse Erotik-Museum
Charlottenburg, Joachimsthaler Straße Ecke Kantstraße
Tel. 030 – 886 06 66
Täglich 9-24 Uhr
Eintritt ab 18 Jahre

4 Kommentare zu Erotik-Museum

  1. Das gibt mir die Gelegenheit, auf eine meiner Fahrten zu verweisen. :-)

  2. Na Aro,
    du kannst mich ja mal Einladen wenn ich es doch mal schaffe nach Berlin zu kommen :)

  3. Schaun wir mal :-)

  4. Ich werde dort wohl einmal vorbeischauen müssen

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