Nach der Berlinale festgenommen
Der Film »The Road the Guantanamo« beschreibt, wie drei britische Teenager offenbar unschuldig ins berüchtigste Lager der Welt kamen und zwei Jahre lang im illegalen Gefängnis Guantanamo Bay festgehalten wurden. Bei der Berlinale feierte er große Erfolge, der britische Regisseur Michael Winterbottom erhielt dafür den Silbernen Bären sowie den Ehrenpreis von »Cinema for Peace«.
Die ex-gefangenen Hauptdarsteller flogen nach der Berlinale zurück nach England, zwei von ihnen wurden bei der Einreise zum Verhör festgenommen. Rizwan Ahmed und Farhad Harun erklärten, sie seien von Polizisten beschimpft und gefragt worden, ob sie vor hätten, noch in weiterem »politischen Filmen« aufzutreten. Außerdem habe man ihnen ihre Mobiltelefone abgenommen und ihnen untersagt, Anwälte anzurufen.
Die zuständige Polizeibehörde von Bedfordshire bestätigte, dass »sechs Menschen nach den Anti-Terror-Gesetzen« festgenommen wurden und dass das Vorgehen ganz normal sei. Man könnte fast meinen, die britischen Sicherheitsbehörden wollten der Anklage des Films noch einen drauf setzen und demonstrieren, wie weit die Gesellschaft im Terrorwahn und der Akzeptanz bei der Einschränkung der Bürger- und Verfassungsrechte schon gekommen ist.
Von: Aro Kuhrt
(22. Februar 2006)
Ähnliche Artikel:
- Unsere teuren Toten
- Würde des Amtes?
- Ach Guido…
- Manifest für ein Europa der Humanität und Solidarität
- Herrscher sucht Lakai
Stichworte:
Berlinale, Kino, Kunst, PolitikKOMMENTARE:
Pinox
Es geschah in Berlin am 04.02. |











