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  • Berlin schafft »Starenkästen« an

    Autofahrer, die in Brandenburg unterwegs sind, kennen sie längst: Vor allem an Ortseinfahrten stehen die fest installierten Geschwindigkeitsmesser mit integriertem Fotoapparat, sogenannte »Starenkästen«. Einheimische kennen die Standorte, vor allem auswärtige Autofahrer werden geblitzt, wenn sie hier zu schnell fahren. Bisher verzichtete die Berliner Polizei auf die Aufstellung solcher Geräte, weil sie dachte, dass sich die Anschaffung nicht lohnen würde. Falsch gedacht: Im vergangenen Dezember wurde als Test ein erster Starenkasten in der Steglitzer Schildhornstraße errichtet. Allein im Januar blitzte er fast 7500 Autofahrer, die hier zu schnell fuhren. Der Anschaffungspreis von 40.000 Euro hat sich so schon im ersten Monat ausgezahlt. Aufgrund dieser positiven Erfahrung hat die Polizei nun ihre Meinung geändert. Noch in diesem Jahr wird eine weitere Überwachungsanlage in der Scharnweberstraße in Reinickendorf installiert. Während die Anlage in Steglitz noch mit herkömmlicher Fototechnik arbeitet, kommt bei der Reinickendorfer Überwachung digitale Technik zum Einsatz. Nach Auswertung der beiden Modelle werden dann ab 2007 weitere Anlagen angeschafft.

    Damit will die Polizei zusätzlich zu den mobilen Einsätzen vor allem an Schwerpunkten die Dauerpräsenz von Geschwindigkeitsmessungen sicherstellen. Dass das nötig ist, steht außer Frage: Zwar sank die Zahl der Unfalltoten im vergangenen Jahr leicht, trotzdem sind noch 20 von 67 Menschen aufgrund zu hoher Geschwindigkeit von Autos ums Leben gekommen. Die meisten Opfer sind dabei nicht im Fahrzeug zu beklagen, sondern außerhalb – Fußgänger und Radfahrer. Zu hohe Geschwindigkeit ist noch vor Alkoholeinfluss die Hauptunfallursache. Dazu kommt das Fahren bei rotem Ampellicht, das in etwa einem Drittel zu Unfällen geführt hat. Die 14 Rotlicht-Überwachungskameras hielten 2005 insgesamt 32.138 Verstöße im Bild fest.

    Auf die Berliner Raser kommen also harte Zeiten zu. Zumal derzeit auch viele Hauptverkehrsstrecken auf Tempo 30 gedrosselt werden, was den einen oder anderen aber nicht zu stören scheint: In der überwachten Schildhornstraße fuhr der schnellste geblitzte Autofahrer statt 30 ganze 110 Stundenkilometer. Die BVG hat nun erstmal einen Kunden mehr.


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    Von: Aro Kuhrt

    (17. Februar 2006)

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