Prenzlauer Berg 1990

Viele die heute vom Prenzlauer Berg sprechen, nennen ihn Prenzlberg. Sie kennen nicht den Stadtteil, der bis zum Mauerbau die andere Hälfte vom Wedding war, Arbeitergegend, arm, schmutzig. Zu DDR-Zeiten lebten hier auch viele Studenten und Jungarbeiter, die sich unvermietbare Wohnungen öffneten und wieder bewohnbar machten. In den 80er Jahren gab es zahlreiche Künstler, die den alternativen Ruf des Bezirks begründeten, vor allem rund um die Schönhauser Allee.
Dann die Wende, der Westen schwappte rüber, in die Läden, in die Hirne und schließlich auch ins Bezirkparlament. In dieser Zeit, Frühjahr bis Mitte 1990 entstand der Dokumentarfilm »Berlin – Prenzlauer Berg« von Petra Tschörtner, die Ende Juli gestorben ist.
Dieser Film bringt auch mir eine Zeit zurück, in der man gar nicht richtig begreift, dass da gerade Geschichte geschrieben wird, weil sie einfach Alltag ist. Interessant zwar, spannend in der Entwicklung, aber wer denkt schon daran, dass das 20 Jahre später noch irgend jemand interessiert?
Der gesamte Titel lautet: »Berlin – Prenzlauer Berg. Begegnungen zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juli 1990″
Über Finding Berlin
Von: Aro Kuhrt
(19. September 2012)
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