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Roter Wedding ohne Linke

Roter Wedding ohne Linke»Roter Wedding, grüßt euch, Genossen, haltet die Fäuste bereit. Haltet die roten Reihen geschlossen, denn unser Tag ist nicht weit.« Naja, so ganz wie in dem Lied von Ernst Busch stimmt das ja nicht mehr, eigentlich ist der Tag schon längst vorbei. Rot war der Wedding wirklich, damals um 1930, als hier der Schwerpunkt der KPD war. Die großen Maschinenfabriken in der Brunnen-, Schweden- und Seestraße, in denen heute Handel, Kultur und kleine Produktionsfirmen sitzen, waren ein Rekrutierungsfeld für die Kommunisten. Viele tausend Weddinger Arbeiter waren bei ihnen organisiert, 1932 wählten hier bei der Reichstagswahl 47 Prozent rot, und als Polizeipräsident Zörgiebel 1929 die 1.-Mai-Aufmärsche verbieten ließ, demonstrierte die KPD doch. Rund um die Pankstraße starben 19 Kommunisten und Passanten im Kugelhagel.
Selbst nach dem Mauerbau war der Wedding wieder rot, jedenfalls ein bisschen: Der Westableger der DDR-Regierungspartei, die »Sozialistische Einheitspartei Westberlin«, war vor allem hier aktiv, sie versuchte auch verstärkt an junge Leute heranzukommen, ging sogar in die Schulen, organisierte lange erfolgreich die Stadtteilarbeit. Nach dem Ende der DDR löste sie sich auf, ein Teil der Mitglieder landete bei der PDS, die eine Büroetage in der Reinickendorfer Straße bezog. Doch ach, mittlerweile leuchtete auf der roten Fahre ein weißer Halbmond mit Stern, statt Proletariat gab es nun vor allem Prekariat, schlechte Zeiten für Kommunisten. So zog man erst in ein kleineres Büro um, doch nun wurde auch dies geschlossen, die 400 Euro Miete waren zu viel. Im einstigen Wahlkreis von Karl Liebknecht hat die Partei der Arbeiterklasse nun keinen Ort mehr, obwohl doch hier mal das Herz der Partei schlug.


Von: Aro Kuhrt

(23. Mai 2008)

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KOMMENTARE:

  1. einer der letzten aboriginals am 13. Januar 2009 um 23:03 Uhr

    Hallo,
    stimmt der wedding war einst ein arbeiterbezirk !
    Bloss was ist aus ihm geworden ein sozial – hartz4 ghetto !
    Wo menschen obwohl sie vom »staat« (von denjenigen die arbeiten)
    versorgt werden immer mehr kinder produzieren die die schule meistens
    ohne schulabschluss und ohne einen ausbildungsberuf gelernt zu haben verlassen.
    Und der kreis beginnt erneut.
    Dieser bezirk lebt in endzeitstimmung
    unterhalb der seestr. , oberhalb der seestr. gibt es das englische und afrikanische wohnviertel das auch zum wedding gehört was noch nicht am abkippen ist.
    Wedding das war einmal jetzt heist er nur noch Ghetting wo
    man als hymne ein lied von einem ganz bekannten rockn roll sänger der
    in den 50er jahren als GI in bremerhafen war spielen könnte
    In the ……….






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