Hitler-Figur geköpft
Nur wenige Minuten nach der offiziellen Eröffnung des Wachsfigurenkabinetts Madame Tussauds Unter den Linden wurde eine der Figuren schwer beschädigt. Ein Mann aus Kreuzberg überwältigte zwei Wachschützer und riss der 200.000 Euro teuren Figur von Adolf Hitler den Kopf ab. Danach wurde er festgenommen.
Schon vorher gab es Kritik daran, dass Hitler gleichwertig mit Figuren wie Einstein oder Merkel ausgestellt werde. Angeblich wäre es eine Verharmlosung seiner Person, wenn er nur zur Unterhaltung gezeigt würde. Tatsächlich zeigt diese Aufregung nur, dass so mancher selber ein Problem mit der Aufarbeitung unserer Geschichte hat. Was ist so schlimm daran, die Person Hitlers zu zeigen? Zumal nicht als strahlenden Führer, sondern als gescheiterten Mann gegen Kriegsende? Ob es einem passt oder nicht, Hitler ist nun mal ein Teil der deutschen Geschichte und sicher auch der schlimmste. Aber seine Entfernung aus dem Wachsfigurenkabinett zu fordern ist genauso lächerlich, wie wenn sich ein kleines Kind die Augen zuhält und meint, dann könne nichts mehr passieren. Es zeugt von der eigenen Unfähigkeit, die Geschichte des eigenen Landes so zur Kenntnis zu nehmen, wie sie ist. Leider gehört der Faschismus und Hitler dazu und deshalb muss man ihn auch zeigen dürfen.
Wenn irgendwelche »Antifaschisten« meinen, dass man nicht mal mehr den Namen Adolf Hitler nennen dürfe, so hat das mit Politik oder Geschichtsbewusstsein wenig zu tun. Es ist nur albern und erinnert an alte Sprüche, dass man den Teufel nicht benennen darf, sonst erscheint er leibhaftig.
Den Gipfel der Verlogenheit hat jedoch die Bild-Zeitung erklommen: Unter dem Aufreger »Empörung in ganz Deutschland – Hitler in Berlin zur Schau gestellt« stellte sie gestern Hitler zur Schau, gleich dreimal wurde er bzw. die Wachsfigur abgebildet. Scheinheilig ist die Aufregung vor allem, wenn man sich einige Bild-Schlagzeilen der letzten zwei Jahre zum Thema anschaut. Das Bildblog.de hat einige aufgelistet: »In Hitlers Gästebett überraschte ich Eva Braun«, »Lippenleser enthüllte nach 70 Jahren: Was Hitler wirklich zu Eva Braun sagte«, »So war Hitlers Hochzeit im Bunker«, »Hitler schockte Eva Braun: Ich kann Dich nicht mehr befriedigen«.
Antifa – übernehmen Sie!
Von: Aro Kuhrt
(5. Juli 2008)
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KOMMENTARE:
Pinox
Es geschah in Berlin am 08.02. |












Das nenne ich Zivilcourage!!!
Erstens würde ich den Mann gerne kennen lernen.
Zweitens würde ich ihm gerne eine Spende überreichen, um seinen Anwalt zu bezahlen.
Drittens sollte man einen Fond gründen, mit dem man ihn unterstützen kann.
Viertens würde ich ihm gratulieren.
Herzlichen Glückwunsch
D. Basting / Wiesbaden
Was ist daran Zivilcourage, wenn man mir mit Gewalt vorschreiben will, was ich anschauen darf und was nicht? Ich empfinde das eher als meinungs-diktatorisch, so wie man es aber von den Herrschaften links- und rechtsaußen nicht anders gewohnt ist. Wer die Figur nicht sehen will, muss ja nicht hingehen. Wer sie sehen will, hat nun keine Chance mehr dazu. Die Ausstellung der Hitlerfigur als Propaganda hinzustellen ist ja wohl albern.
André Haase
Noch gibt es sie, die Zeitzeugen des Dritten Reichs, und weder Geschichtsschreibung noch historische Quellen können ihr Erlebtes an Authentizität übertreffen.
Kein Wunder , dass diesere Mann durchdreht. Volles Verständnis!