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  • Google scannt Berlin

    Google scannt BerlinWas mal als einfache Suchmaschine begann, mutiert langsam zum Rund-um-Überwacher. Derzeit sind die Spione von Google in Berlin unterwegs: Ein schwarzer Opel Astra mit auffälligem Aufbau auf dem Dach fährt sämtliche Straßen unserer Stadt ab, die Kameras machen alle zwei Sekunden elf Fotos, so dass eine Rundumsicht möglich ist. Damit werden demnächst die Konzerncomputer gefüttert, die daraus ein Panoramafoto jedes einzelnen Ortes Berlins erschaffen. Alle Straßen, Häuser, Bäume, Fahrzeuge und Personen werden fotografiert und können demnächst im Internet betrachtet werden.
    Der Dienst nennt sich »Street View« und ist schon jetzt für alle größeren Städte der USA verfügbar. Auch in Italien waren die Spanner bereits unterwegs, derzeit sind einige Städte in Deutschland dran.
    Da es bei uns strengere Datenschutzregeln als in den USA gibt, muss der Konzern auf allen in Deutschland aufgenommenen Fotos Autokennzeichen und Gesichter von Personen unkenntlich machen. Wer aber auf Ruhm und Fame aus ist, sollte sich auf die Lauer legen und mit einem auffälligen T-Shirt oder Schild auf sich aufmerksam machen, wenn er das Google-Auto sieht.

    New York, Central Park an der 5th Avenue

    In den USA gibt es bereits zahlreiche Klagen gegen die Schnappschüsse, auf denen sich Personen manchmal in unangenehmen Posen wiederfanden. Sei es, weil sie sich gerade vorn an der Hose kratzen, aus einem Bordell kommen oder einfach »schlecht getroffen« sind, wie beim Gähnen. Viele Websites wie googlesightseeing.com oder streetviewfun.com sammeln solche Fotos und veröffentlichen sie. Beliebt ist es auch, sich in Schaufenstern spiegelnde Aufnahmewagen zu sammeln oder Fehler in Fotos. Die treten normalerweise dann auf, wenn die Aufnahmen aus mehreren Sekunden zusammengesetzt werden und dann z.B. die gleichen Personen mehrmals nebeneinander zu sehen sind.
    Wann der Spionierdienst von Google Maps auch Berlin im Angebot hat, ist noch nicht klar. Erstmal müssen einige Millionen Fotos gemacht und verarbeitet werden.


    Artikel als PDF

    Von: Aro Kuhrt

    (8. Juli 2008)

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