juden
Traurige Geschichte des Bahnhofs Putlitzstraße
8. März 2010
1500 Menschen wurden durch die Straßen getrieben. Es war ein enger Pulk, an allen Seiten Ketten von SS-Männern, die Befehle schrien und die Masse vorwärts trieb. Viele der Opfer weinten, vielleicht ahnten sie schon ihr Schicksal. Die Straßen mussten gesperrt werden, zu groß war die Menge der Gefangenen, die da in Richtung des Güterbahnhofs […]
Das Schicksal der Berliner Juden während der Nazizeit
27. Februar 2010
Am 30. Januar 1933, dem Tag, an dem Hitler die Macht übergeben wurde, lebten in Deutschland etwa 500.000 Juden – 160.000 von ihnen fielen dem Nazi-Terror zum Opfer.
Dieser Terror setzte früh ein. Er begann mit dem Boykott jüdischer Geschäfte – »Kauft nicht bei Juden« (1. April 1933) –, wurde fortgesetzt auf dem »Reichsparteitag« der […]
Die Kinder von Izieu
31. Dezember 2009
Damit auch immer klar bleibt, wessen Geistes Kind die Neonazis von heute sind:
Sie war’n voller Neugier, sie war’n voller Leben,
Die Kinder, und sie waren vierundvierzig an der Zahl.
Sie war’n genau wie ihr, sie war’n wie alle Kinder eben
Im Haus in Izieu hoch überm Rhonetal.
Auf der Flucht vor den Deutschen zusammengetrieben,
Und hinter jedem Namen steht […]
Die alte Neue Friedrichstraße
6. Dezember 2009
Wenn ich die Neue FriedrichÂstraße, die nicht gepflastert ist, weil es sie nicht mehr gibt, von der Burgstraße aus weiter gehen will, muss ich zwischen den Hochhäusern an der Spandauer Straße hindurch. Sie sind von Röro-Gerüstbau mit blau geklebten Planen eingehüllt wie von einem bürokratischen Christo.
Rechter Hand liegt das Gebäude der Wirtschafts-Wissenschaftlichen Fakultät der […]
Buch: Julians Bruder
7. Juni 2009
Klaus Kordon hat in seinen Romanen schon vielen Jugendlichen die deutsche Geschichte spannend und detailreich nahegebracht. Dazu gehört auch »Julians Bruder«, die Geschichte zweier Freunde in Berlin, die gemeinsam und doch auf sehr unterschiedliche Weise zwei Zeitabschnitte sehr tragisch erleben. Julian ist Jude, Paul nicht, und mitten in der Nazizeit ist das plötzlich nicht […]
Alien Hitler
12. März 2009
In unserem Land gibt es einen sehr merkwürdigen Reflex: Immer wenn irgendwo in den Medien von Hitler oder der Nazizeit die Rede ist, ohne dass ein Mindestmaß an Betroffenheit oder Verurteilung angehängt wird, ist sofort von Verharmlosung die Rede. Selbst wenn ein jüdischer Regisseur einen satirischen Film macht, in dem der Holocaust eine Rolle […]
Buch: Versteckt in Berlin
6. März 2009
Eine Geschichte von Flucht und Verfolgung: Noch immer sind es die Erinnerungen aus der Nazizeit, die einem den Atem rauben. Meist aus Abscheu oder Traurigkeit. Manchmal aber staunt man auch nur, was damals möglich war, auch hier, im Herzen der NS-Bestie, mitten in der Hauptstadt der Faschisten. Dazu gehört auch die Geschichte des 20-jährigen […]
Der eine schneller, der andere langsamer
12. Dezember 2008
Ich kam am 1. April 1933 nach Berlin, um eine Stelle als Arzt in der Charité anzutreten. Ich hatte in München mein Examen gemacht. Die Berliner Charité suchte Ärzte, weil jüdische Kollegen gekündigt worden waren. In meinem Freundeskreis hatte man mir schwere Vorwürfe gemacht: »Du übernimmst diese Stellung?« Aber es war noch die Zeit […]
Was passiert da?
13. November 2008
12. November, Berlin-Mitte: Hunderte von Schülern nutzen die Demonstration »Bildung für alle«, um die Humboldt-Universität zu stürmen. Hier werden Türen, Fenster, Zwischenwände zerstört, Feuer gelegt, Bücher aus dem Fenster geworfen. Am Schlimmsten jedoch ist die Zerstörung einer Ausstellung über die Enteignung von Juden während der Nazizeit. Während die einen die Schautafeln zerreißen, schwenken die […]
Großereignisse
29. September 2008
Wochenrückblick
Das war diesmal eine Woche der Großveranstaltungen. Eine Million Menschen standen am Rande der Marathonstrecke, um den etwa 40.000 Läufern zuzujubeln. Schon am Tag vorher war die City dicht, als die Skater die gleiche Strecke fuhren.
130.000 Teilnehmer hatte der Sternmarsch der Klinikangestellten, die am Freitag gegen die Gesundheitspolitik der Regierung demonstrierten. Und offenbar gegen […]
Buch: MAUS
18. September 2008
Der Vater überlebte Auschwitz, sein Leben lang war er danach gezeichnet, für seinen 1948 geborenen Sohn Art eine Qual. Erst als Erwachsener schaffte es Art Spiegelman, sich mit der Geschichte seiner Eltern zu beschäftigen, mit seinen eigenen, speziellen Mitteln: Art Spiegelman ist ein erfolgreicher Zeichner. Als sein Vater ein alter Mann war, ist er […]
Haus der Einheit
8. August 2008
Es ist eine laute, stark befahrene Kreuzung, Torstraße und Prenzlauer Allee treffen hier aufeinander. Nur wenige hundert Meter nördlich des Alexanderplatzes ist das sogenannte »Prenzlauer Tor« ein ungemütlicher Ort. Wie zufällig platziert stehen einige alte Wohnhäuser, der Nikolai-Friedhof an der Ecke zieht immer wieder alte und neue Nazis zum Gedenken an Horst Wessel an, […]
Engel des Warschauer Ghettos ist tot
13. Mai 2008
Manchmal erfährt man erst von den Leistungen eines Menschen, wenn er gestorben ist. So ist es mit der Polin Irena Sendler, die am Pfingstsonntag im Alter von 98 Jahren starb. Sie galt als »Engel des Warschauer Ghettos«.
Schon in den 30er Jahren hatte Irena Sendler eine enge Beziehung zu den Juden in der Warschau, als […]
Mahnmal Synagoge Levetzowstraße
26. April 2008
In und um Moabit gab es bis zu ihrer Zerstörung während der Reichspogromnacht drei Synagogen. Die kleinste von ihnen stand Siegmunds Hof 11, eine andere an der Flensburger Ecke Lessingstraße. Die Synagoge Levetzowstraße 7-8 dagegen war ein Gotteshaus für die Massen. Mit mehr als 2000 Plätzen gehörte sie zu den größten der Stadt. Und sie war eine der prächtigsten.
Was gehen mich die toten Juden an?
8. Oktober 2007
Wenn man solche Worte hört, denkt man an Ewiggestrige oder Neonazis, die mit den Morden ihres Idols Adolf Hitler nicht konfrontiert werden möchten. Aber leider sind das nicht die einzigen, im Gegenteil: Ich befürchte, dass sicher die Hälfte der deutschen Bevölkerung so denkt, dass sie mit diesem Teil unserer Geschichte nicht mehr konfrontiert werden […]
Gedenkstätte »Kleine Auguststraße«
10. März 2006
Am Standort der ehemaligen Synagoge Kleine Auguststraße 10 in Mitte wurde ein Gedenkstätte und eine Gedenktafel eingeweiht. Ab 1906 stand auf diesem Grundstück die Synagoge der Vereine Mogen David und Ahawas Scholaum. Sie wurde in der Pogromnacht von 1938 zerstört. Später wurden Reste der Ruine nach dem Krieg als Stall genutzt und dann abgetragen. […]
Ausländer und Juden in die FDP?
29. Januar 2006
Der Vorstand des FDP-Ortsverbands Hermsdorf-Tegel hat ein Problem. Ihm wird vorgeworfen, antisemitisch und rassistisch zu sein. Dabei geht es nicht um Einzelfälle, sondern um die Erlebnisse mehrere Personen. Parteimitglieder berichten, dass Ausländer nicht in die Partei aufgenommen würden und ein Mitglied als »jüdischer Großkotz« beschimpft worden ist. Natürlich streitet der Vorstand alles ab, trotzdem […]
Pinox
Es geschah in Berlin am 10.03. |
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