Köpenick

Die Faust

10. Januar 2015

Am südlichen Ende der Bahnhofstraße in Köpenick, weit weg vom Bahnhof, teilt sich die Straße auf: Rechts gehts Richtung Wuhlheide in die Innenstadt, links in die Altstadt Köpenick. Neben der Straße ein Park, dahinter die Alte Spree. Der Park [...]

Das Herz bleibt ein Kind

6. Juli 2014

1.230 Flaschen Tivolibier, 120 Flaschen Sodawasser, 30 Flaschen Bordeaux, 3 Filets, 2 Schock Eier, 1 Butterfass, 1 Zuckerhut, 1 Baumkuchen, 6 Flaschen Scharlachberger und 1 Dutzend Flaschen Champagner. Diese „durch Zahl oder Gewicht [...]

Ballhaus Riviera

28. März 2014

Das Riviera in Grünau war schon Anfang des vergangenen Jahrhunderts eines von ungefähr 200 Ballhäusern in Berlin. Weit vor den Toren der Stadt gehörte es ab 1890 zu den besonderen, denn hier fuhr man nicht unbedingt mit der Kutsche oder dem Auto [...]

Die Wahrheit kommt immer zuletzt

23. Februar 2014

Vor zwei Jahren – aber es kommt mir viel vergangener vor – führte mich einer meiner ersten Köpenick-Spaziergänge nach Klein-­Venedig und in den Hessenwinkel. Das sind an sich schon mal zwei Namen … wenn man sie so [...]

Westend im Osten

8. Dezember 2013

Die Verwandlungen – es ist das Tempo der Verwandlungen, das Berlin so faszinierend macht. In wenigen Minuten ist man ganz woanders. Das ist nicht in jeder großen Stadt so. Nicht jede große Stadt ist vergleichbar schnell. [...]

Fünfhundert Meter Geschichte

7. April 2013

Grünau und Wendenschloss liegen sich an der Dahme gegenüber. Die Dahme heißt hier Langer See; der Lange See ist zwischen hundertfünfzig und sechshundert Meter breit. Von der Wassersport- zur Müggelbergallee gibt es für Personen eine Fähre. [...]

Seelengebinde

3. Juni 2012

Der Antifaschismus der Gedenktafeln, der Staats- und Bürokratieantifaschismus ist nun out. Der Staatsapparat nimmt uns das Erinnern nicht mehr ab. Das Volk vergisst vor sich hin. Jetzt zählen beinah nur noch die privaten Anknüpfungen für das [...]

Zu Besuch beim Marxismus in Schmöckwitz

18. März 2012

Abfahrt Halensee 9.45 Uhr, sonniges Vorfrühlingswetter. S45 nach Eichwalde, von dort nach Schmöckwitz, langsam, zu Fuß. Warum nach Schmöckwitz? Der Name klingt auffordernd, nach Landpartie, Schmöckwitz ist draußen. Verreisen und gleichzeitig [...]

Generalinstandsetzung

29. Januar 2012

Wo fängt der Weg nach Köpenick an? Wo er eben anfängt. Das Problem – Problem? – ist nicht sein Beginn, sondern der Weg selbst. Die Tageszeit bestimmt, wie schnell man aus Berlin nach Köpenick kommt und wieder zurück. [...]

Wie ich Ehrenbürger von Friedrichshagen wurde

6. Dezember 2011

Der Fahrgast am Weihnachtsmarkt nahe der Jannowitzbrücke war erst extrem maulfaul: „Nach Hause, bitte.“ „Nach Köpenick?“ „Woher wissen Sie das denn? Kennen Sie mich?“ „Nö, ich weiß es nicht, aber wenn [...]

Das Subjekt der Erinnerung

27. November 2011

Woran erkennt man, wenn man vom S-Bahnsteig herunter steigt, durch die Bahnhofstraße geht, dass man in Köpenick ist? Je näher man Köpenick kommt, umso weniger Menschen trifft man. Unten, wenn man an der Friedrichshagener Straße vorüber ist und [...]

Köpenick von Pankow aus

25. September 2011

Eben habe ich den letzten Punkt unter einen Text gesetzt, der mit dem Satz anfängt: Von Pankow nach Köpenick, genauer: von Heinersdorf nach Spindlersfeld, nur mit den Füßen kann ein solcher Spaziergang nicht unternommen werden. In Heinersdorf [...]

Märchen, Wolfsgarten, Uhlenhorst, keine Geschichten

29. August 2010

In einem vorigen Kapitel habe ich einen Spaziergang durch die Siedlung Elsengrund beschrieben; er führte nicht nur durch die Gegenwart, sondern auch durch Geschichte. Und da die hier heimische Geschichte eine sehr spezielle Geschichte ist, hat [...]

Um das Gedenken

22. August 2010

Mein voriger Köpenicker Spaziergang führte mich durch Stellingdamm, Schmaus-, Janitzkystraße und über den Essenplatz. Durch eine Gegend also, die nach deutschen Mordopfern genannt ist, zuvor war sie nach deutschen Mördern genannt. Darüber habe [...]

Salvisberg bunt, Stelling tot

15. August 2010

Die Wirk­lichkeit verläuft nicht auf einer einzigen Ebene. Viele halten die Zeit für eine Plattform der Existenz; aber die Zeit, die sie meinen, richtet sich nach numerischen Jahren und benannten Tagen: das ist ein Konstrukt, ein theoretisches [...]

Nichts Gleiches

7. August 2010

Müsste man nicht eigentlich Grün-Au sagen? Grüne Aue grüne Wiese, am grünen Strand der Dahme, grüne Gärten am blauen Langen See? Aber jeder Berliner sagt Grü-Nau. Was ist Nau, was Grü? Das ist ein Beweis dafür, dass das Gesetz der Sprache [...]

Beruhigende Zurufe

1. August 2010

Günter de Bruyn hat Bibliothekar gelernt. „Vierzig Jahre“ heißt das Buch, in dem er sein Leben in der DDR beschreibt. Als Berufsleben fing es in Köpenick an. „Schon wieder schicken sie mir einen Parteilosen, der auch noch in [...]

Keine Parzelle des Himmels

25. Juli 2010

Was bedeuten Straßennamen für die, deren Wohnungen sie betreffen? Ich wohne in einer Straße, die nach einem ehemaligen Landrat von Teltow benannt ist; der Mann bedeutet gar nichts für mich, kaum weiß ich, wer er war. Geht es der jungen Frau [...]

Aus der Asche geborgen

18. Juli 2010

Am 18. Mai 1968 (oder auch später) ging ein alter Mann, man kann sagen: ein Herr, durch den Wald spazieren in Richtung auf ein Dorf, das er Schönholz nannte, das aber wohl Schönblick war. Der Hund lief ihm voraus und kehrte zurück, hin und her, [...]

Inselort unterwegs

11. Juli 2010

Auf meiner Köpenick-Karte steht „Altstadt“ mitten im Wasser: Krusenick, Müggelspree bis Frauentrog – das wäre Köpenicks Altstadt? Die Kartenschrift erzeugt eine phantastische Vorstellung: Die Rathaus- und die Schlossinsel legen [...]

Von Hirschgarten nach Köpenick Bahnhof – II.

4. Juli 2010

Da es also den Weg nicht gibt, den ich hatte gehen wollen, ging ich in die Bellevuestraße in Richtung aufs Wasser. Der Name verführte mich. Nicht der Name „Schöne Aussicht“; denn das ist vom Brandenburgplatz zu sehen, dass die [...]

Von Hirschgarten nach Köpenick Bahnhof – I.

27. Juni 2010

Berlin verwandelt sich schnell in Landschaft. Die Häuser am Hirschsprung, der für die Autofahrer als Sackgasse endet, aber nicht für die Fußgänger, die zur Wiesenpromenade weitergehen, sehen försterlich aus, kunstschriftstellerisch, ich stelle [...]

Bölschestraße zum See

20. Juni 2010

Der Bahnsteig ist lang für den Sommer. Dann kommen hierher aus der Metropole wohl viele Leute, die die Statistiken Erholungssuchende nennen, meistens wissen sie ihre Wege viel zielstrebiger, als das mit seinem Objekt vereinigte Verbum vorgibt. [...]

Von der 3 zur 10

13. Juni 2010

Für den Berlin-Gänger ist S-Bahn-Fahren wie Spazierengehen. In Ostkreuz bin ich in die S3 gestiegen. Ich habe mich auf eine Querbank gesetzt und blicke nach Südwesten. Die Sonne scheint mir ins Gesicht. Es riecht nach Schmalz. Der junge Mann, der [...]

Die Faust von Köpenick

6. Juni 2010

Ich lebe seit 1961 in Berlin. Ich fühle mich immer noch nicht als Berliner. Für das vorige Kapitel bin ich wie ein Tourist durch die Stadt gewandert. Da habe ich mich vielleicht versehen. Gestern bin ich deshalb denselben Weg noch einmal gegangen. [...]
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