Interessante Museen in Berlin

Wer Berlin besucht oder hier lebt, kommt an ihnen kaum vorbei. Mehr als 170 Museen hat unsere Stadt und auch wenn es sich floskelhaft anhört: Da ist wirklich für jeden etwas dabei.
Ein Großteil davon sind natürlich Kunstmuseen. Alte Kunst, Gegenwartskunst, spezielle Kunst. Daneben gibt es aber auch viele sehr einzigartige Ausstellungen, die man oft nur hier findet. Einige davon möchte ich hier auflisten.

Thema: Berliner Geschichte

Berlin erzählt aufgrund der speziellen Geschichte auch spezielle Geschichten. Die Basics findet man im Märkischen Museum. Wie sich die Stadt in den vergangenen 800 Jahren entwickelt hat, ist hier gut nachzuvollziehen. Gleiches Thema, aber nicht weniger interessant, ist die Story of Berlin am Kudamm in Charlottenburg (bis 2020 wegen Umbau geschlossen).

Weiter mit den besonderen Zeitabschnitten. Die Topographie des Terrors behandelt die Nazi-Zeit und den Holocaust, dies an authentischer Stelle am einstigen Sitz der Gestapo in Kreuzberg. Parallel dazu kann man auch die Ausstellung unter dem Holocaust-Mahnmal besuchen, nur wenige hundert Meter entfernt. In Zehlendorf bietet sich zusätzlich ein Besuch im Haus der Wannsee-Konferenz an.

Nach dem Faschismus kam die Nachkriegszeit. Hier hat das Alliierten-Museum in Zehlendorf einiges zu erzählen, immerhin hatten die Amis und Sowjets, Briten und Franzosen 45 Jahre lang die Oberherrschaft in unserer Stadt. In diese Reihe gehört auch das Deutsch-Russische Museum in Karlshorst. Auch dies an historischem Ort, in diesem Gebäude wurde am 8. Mai 1945 die Kapitulationsurkunde unterschrieben, mit der in Europa der Krieg vorbei war.
Weniger politisch ist das private DDR-Museum in Mitte, in dem vor allem der Alltag der Ostdeutschen beleuchtet wird. Nicht weit entfernt: Das Trabi-Museum an der einstigen Grenze zwischen Mitte und Kreuzberg sowie das DDR-Motorrad-Museum am Alexanderplatz.
Am Checkpoint Charlie steht eines der beliebtesten Ausstellungen der Stadt: Im Mauermuseum werden vor allem Fluchten von Ost nach West vorgestellt, mit vielen Geschichten und originalen Fluchtfahrzeugen. Mit der Grenze befasst sich auch die Ausstellung im Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße. Das kleine Museum wirft einen in alte Gefühle zurück, wenn man früher selbst mal durch diesen Grenzübergang musste.

Es gab auch die Staatssicherheit. Gleich zwei Orte befassen sich mit dem Geheimdienst der DDR. Das Stasi-Museum befindet sich direkt in der einstigen Höhle des Löwen, in der Zentrale der Staatssicherheit in Lichtenberg. Hier lernt man viel über die Geschichte der Stasi, sieht zahlreiche Exponate und erfährt auch einiges über die Aufarbeitung nach dem Ende der DDR. Wer mehr wissen will, kann danach noch die Gedenkstätte Hohenschönhausen besuchen. Der einstige Stasi-Knast ist eine sinnvolle Ergänzung zum Museum.
Noch nicht lange gibt es das private Spionagemuseum am Leipziger Platz, das nicht nur die Stasi beleuchtet, sondern das Geheimdienstgewerbe insgesamt.

Thema: Alltag

Wer keine Hochkultur oder geschichtliche Ausstellungen möchte, kann sich auch andere, sehr spezielle Museen besuchen. Zwei von ihnen gibt es nicht mehr, das Hundemuseum sowie das Beate-Uhse-Museum wurden leider geschlossen.
Den Alltag, jedenfalls einige Aspekte daraus, behandelt das Museum der Dinge in Kreuzberg. Was sich zuerst wenig spektakulär anhört, ist aber durchaus interessant, wenn man Hunderte von Haushaltsgeräten, Werbeschilder oder Einrichtungsgegenständen aus den vergangenen Jahrzehnten wiedererkennt.
Zum Alltag gehören für viele auch Spiele am Rechner. Ein eigenes Computerspielemuseum findet man in Friedrichshain. Dort werden mehrere Jahre Entwicklungsgeschichte dieser Spiele beleuchtet. Und man kann endlich mal wieder Pac Man spielen.

Unterhaltung anderer Art boten die US-Rocker Ramones. Fans der vor zwanzig Jahren aufgelösten Band gründeten das Ramones-Museum in Mitte, das rund 300 Exponate zeigt. Eine andere Art von Kultur ist die Currywurst. Ihrer Geschichte und Herstellung widmet sich das Currywurst-Museum.
Andere stehen eher auf den Genuss von Cannabis. Das Hanfmuseum im Nikolaiviertel zeigt die vielen Möglichkeiten auf, die das Material über’s Rauchen hinaus noch bietet.
Wen es eher in die Natur zieht, ist beim Botanischen Museum in Dahlem und dem Naturkundemuseum in Mitte richtig. Beide bieten sehr tiefe Einblicke in die Welt der Pflanzen und Tiere. Letzteres sogar sehr weit zurück: Im Naturkundemuseum steht ein originalen Dinosaurier-Skelett.

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2 Kommentare

  1. Schöne Zusammenstellung, für den nächsten Besuch in der Stadt suche ich mir was passendes aus. Ich würde noch das Design-Panoptikum empfehlen, auch wenn es eher eine Art Kuriositätenkabinett ist. Beim Museum der Dinge stimmt die Verlinkung nicht.

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