Frust bei Taxifahrern und Fahrgästen

In den vergan­genen Jahren wurden vier Berliner Taxi-Funkzentralen zusammengelegt, besser gesagt: Zusammengekauft. Würfel, Bärchen, City und Quality waren vorher Konkurrenten, was zur Folge hatte, dass sie versuchen mussten, sich z.B. durch bessere Serviceleistungen anzustrengen, Kunden zu bekommen und zu halten. Mittlerweile sind etwa zwei Drittel der Wagen dem “Taxi Zentrum Berlin” angeschlossen und das war’s dann auch mit dem Service. Am Donnerstag berichtete die Berliner Abendschau darüber, dass Kunden manchmal ewig in der Warteschleife hängen, wenn sie versuchen, dort ein Taxi zu bestellen.

Vor der Kamera behauptet der Inhaber der Funkgesellschaft, Hermann Waldner, die langen Wartezeiten seien den vielen Aufträgen geschuldet. Er spricht von 3.000 bis 4.000 Taxibestellungen in der Stunde, was bedeuten würde, dass jedes angeschlossene Taxi, das im Dienst ist, mindestens einen Funkauftrag pro Stunde bekommen müsste. Das ist einfach nur gelogen, an manchen Tagen bekomme ich gerade am einen einzigen Funkauftrag während der Schicht. Stattdessen häufen sich aber die technischen Probleme: Parallel zum maßlosen Anwachsen der Flotte wurde eine automatische Auftragsvermittlung eingeführt, die teuren PDAs muss der Taxiunternehmer selber finanzieren. Doch es gibt ständig Ärger mit den Geräten. Durch die Einführung einer neuer Software wurden alte Probleme beseitigt und neue installiert, in jeder Schicht schaltet sich das Gerät selbstständig aus, oder man kann sich nach Aufträgen nicht mehr einloggen, oder die Bezahlung mit Kreditkarten funktioniert nicht. Wer noch ohne diese Geräte fährt, sollte sich zudem nur noch im Innenstadtbereich aufhalten. In den meisten Randbezirken ist der Funk durch die Abschaltung einiger Kanäle praktisch nicht mehr zu verstehen.
An manchen Tagen fahre ich schon ganz ohne Funk, weil es einfach nicht funktioniert und ich mich nicht ständig ärgern will. Die anfangs noch abrufbaren Zusatzleistungen wie Blitzermeldungen und Ankunftszeiten von Zügen und Flügen fehlen mittlerweile entweder ganz oder nicht mehr aktuell. So wächst der Frust bei den Fahrgästen wie bei den Fahrern.
Ich bin eigentlich kein Freund liberaler Wirtschaftspolitik, aber hier zeigt sich, dass die faktische Monopolstellung eines Unternehmens in manchen Bereichen negativ auswirkt. Glücklicherweise gibt es mit der WBT in Berlin noch eine letzte Funkgesellschaft, die dem Taxizentrum noch nicht einverleibt wurde. Wenn das aber noch geschieht, wird das passieren, was der Vertreter der Taxi-Innung in dem Abendschau-Bericht sagt: Dass durch die Konzentration der Zentralen der Service auf der Strecke bleibt.

(Danke an Klaus für den Hinweis)

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2 Kommentare

  1. Die Ankunftszeiten v.Airport,TXL,SXL,HBF und Blitzermeldungen findest du im Haupmenue unter dem Button Info´s.

    Trotzdem ist die Enstehung dieses Monopols äußerst bedenklich. Es ist jetzt schon klar, daß das sogenannte Callcenter die Auftagsaufnahme nicht bewältigen kann, in Stoßzeiten schon gar nicht. Damit entsteht dem ganzen Taxigewerbe Schaden.

  2. “Die Ankunftszeiten v.Airport,TXL,SXL,HBF und Blitzermeldungen findest du im Haupmenue unter dem Button Infos”

    Ja, unter Infoabfrage, aber leider auch manches Mal nicht aktuell. Was soll ich um 22 Uhr mit den Daten von 13 Uhr.
    Und die Blitzermeldungen werden fast nur noch 1 x mündlich durchgesagt und seit Wochen kaum noch eingetragen. Sie kommen über “Generaltexte”, sind aber wieder weg, sowie das Gerät mal wieder aus ist.

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