Vom Güterbahnhof Moabit sind die meisten Juden-Deportationen Berlins abgegangen. Seit rund zehn Jahren erinnert zwischen Discounter und Baumarkt ein Gedenkort daran, der aus mehreren Bäumen, ein paar Metern Schienen und einer nichtssagenden Lichtinstallation besteht. Dem Grauen, das von hier ausging, ist das in keiner Weise angemessen.
Seit den 1980er Jahren wird immer wieder mal darüber diskutiert, wie dieser Ort gestaltet werden kann, um ein würdiges Gedenken sicherzustellen. In diesem Jahr wurde wieder ein kleiner Schritt getan: In einer Machbarkeitsstudie wurde vorgeschlagen, die ehemaligen Gleistrassen durch Bodenmarkierungen, eingelassene Schienenprofile oder lineare Elemente nachzuzeichnen.
Warum dafür aber 68.000 Euro ausgegeben werden mussten, ist unverständlich. Zumal Studien nicht bedeuten, dass sich auch etwas tut. Zwar hat das Bezirksamt im Oktober die Studie angenommen, die über 5 Millionen Euro zur Umsetzung der Vorschläge wird er Bezirk aber sicher nicht bezahlen. So wie schon in den letzten vier Jahrzehnten.

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