Adenauerdamm

Nur eine Woche nach dessen Tod wollte der Berli­ner Senat den eins­ti­gen Bundes­kanz­ler Konrad Adenauer mit einer Stra­ßen­um­be­nen­nung ehren. Am 26. April 1967 erhielt deshalb der Kaiser­damm in Char­lot­ten­burg seinen neuen Namen Adenau­er­damm. Doch die West-Berli­ner waren über­haupt nicht damit einver­stan­den. Vor allem nahmen sie ihm übel, dass Adenauer 1961 erst neun Tage nach dem Mauer­bau in die Stadt gekom­men war.

Obwohl Konrad Adenauer von 1931 bis 1933 in Berlin-Mitte gewohnt hat, hatte er nie ein gutes Verhält­nis zur Stadt. Die Abnei­gung war auch nach der NS-Zeit gegen­sei­tig. Nach­dem er 1963 als Kanz­ler zurück­ge­tre­ten war, wurde Adenauer Ehren­bür­ger von Berlin. Ob das eine Beloh­nung für seinen Rück­tritt war?

Jeden­falls gab es in West-Berlin andau­ernde Proteste nach der Stra­ßen­um­be­nen­nung, sodass der Senat nur ein Drei­vier­tel­jahr später am 15. Januar 1968 wieder den alten Namen Kaiser­damm einsetzte. Zum Trost wurde 1970 am Kudamm ein neu ange­leg­ter Platz nach Adenauer benannt. 2005 enthüllte die dama­lige Bundes­kanz­le­rin Angela Merkel dort eine Bron­ze­sta­tue von Konrad Adenauer.

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