Ortsteil: Charlottenburg-Nord

Im Jahr 2004 wurde dieser Teil von Char­lot­ten­burg abge­trennt und ist seit­dem ein eigen­stän­di­ger Orts­teil — mit gram­ma­tisch falscher Bezeich­nung, denn der Binde­strich ist dort fehl am Platz. Obwohl mitten in Berlin gele­gen, wird Char­lot­ten­burg-Nord von vielen kaum wahr­ge­nom­men. Dies liegt viel­leicht auch daran, dass große Teile davon erst ab den 1950er Jahren errich­tet worden sind. Das betrifft vor allem die Paul-Hertz-Sied­lung und die Sied­lung Char­lot­ten­burg-Nord, beid­seits des südli­chen Kurt-Schu­ma­cher-Damms. Hier ist der unwirk­li­che Jakob-Kaiser-Platz das Tor zu den Wohn­vier­teln.

Diese haben die Beson­der­heit, dass sie fast ausschließ­lich nach Wider­stands­kämp­fern gegen die Nazis benannt wurden. Eine Auflis­tung findet sich im Arti­kel Ein Stadt­teil voller Wider­stands­kämp­fer. Fast alle von ihnen wurden während der NS-Zeit in der Hinrich­tungs­stätte Plöt­zen­see ermor­det, die sich eben­falls in diesem Orts­teil befin­det.

Direkt angren­zend an die Sied­lung Char­lot­ten­burg-Nord befin­det sich der Volks­park Jung­fern­heide. Anders als die Bezeich­nung vermu­ten lässt, handelt es sich aber nicht um eine Heide­land­schaft, sondern um einen Stadt­wald. Die Jung­fern­heide ist der Rest eines riesi­gen Fors­tes, der sich bis zum heuti­gen Moabit hinzog. Auch das Gelände des späte­ren Flug­ha­fens Tegel gehörte dazu. Der Name Jung­fern­heide bezieht sich auf das eins­tige Span­dauer Nonnen­klos­ter, zu dem das ganze Gebiet gehörte. Heute erin­nert auch noch die Nonnen­damm­al­lee in Char­lot­ten­burg-Nord an das Klos­ter.
Die Jung­fern­heide ist ein ruhi­ger Ort zum Spazie­ren­ge­hen. Sie bietet im Sommer auch ein Frei­bad, einen Wald­hoch­seil­gar­ten und natür­lich den alten Wasser­turm, mitten im Park.

Zu Char­lot­ten­burg-Nord gehört auch ein Teil der Siemens­stadt. Merk­wür­dig ist hier, dass die Grenze zum Bezirk Span­dau teil­weise quer durch die Häuser­blö­cke verläuft. Die Siemens­stadt mit der dorti­gen Ring­sied­lung gehört zum UNESCO-Welt­erbe “Sied­lun­gen der Berli­ner Moderne”. Hier arbei­te­ten Berühmt­hei­ten wie Walter Gropius und Hans Scharoun, der dort auch selbst in einem seiner Häuser wohnte.

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