Das Jahr 1925

Nach dem Ende der Hyperinflation brachten ausländische, insbesondere US-amerikanische Kredite die Wirtschaft wieder in Schwung. Berlin als Hauptstadt der Weimarer Republik erlebte eine Phase der kulturellen Blüte und wirtschaftlichen Stabilisierung während der später sogenannten „Goldenen Zwanziger“. Die Metropole galt als pulsierender „Tanz auf dem Vulkan“ mit einem reichen Nachtleben, Kabaretts und Avantgarde-Kunst. Dies war jedoch nur die nach außen und innen projizierte Wahrheit. Dem gegenüber standen die schlechten Lebensverhältnisse der meisten Menschen. Hunderttausende lebten in dunklen Hinterhöfen, teilweise in Kellerwohnungen, meistens ohne eigenen Toiletten und erst recht ohne Bäder. Golden war in dieser Zeit nur der Schein.

Was sonst noch geschah:

27. Januar 1925
Die Polizei erließ eine Verordnung zum Kennzeichnen von Einbahnstraßen.

17. Februar 1925
In der Wiener Straße 45 in Kreuzberg wurde die Ortsgruppe Berlin der wieder zugelassenen NSDAP wird gegründet.

25. Februar 1925
Am Juliusturm wurde eine hölzerne Brücke über der Havel eröffnet.

20. Mai 1925
Der Magistrat verbot Flussbadeanstalten in der Spree in der Innenstadt wegen der fortschreitenden Uferbebauung und der Verschmutzung des Flusses.

21. Mai 1925
Am 1. Reichstreffen des Roten Frontkämpferbundes (RFB) nahmen 30.000 Menschen teil.

25. Mai 1925
Auf dem Gelände des Universum Landesausstellungsparks (ULAP) in der Invalidenstraße / Alt-Moabit wurde ein Vergnügungspark eröffnet.

4. Juni 1925
In der Stadtverordnetenversammlung wurde erstmals auf die Luftverschmutzung durch Kraftfahrzeuge hingewiesen.

17. September 1925
In den Kinos wurde die erste Ausgabe der Ufa-Wochenschau gezeigt.

12. Oktober 1925
Eröffnung des Fleischgroßmarkts an der Landsberger Allee im Prenzlauer Berg.

3. November 1925
Erlass der neuen Bauordnung für Berlin, wonach der Bau von Hinterhöfen in Wohnblocks sowie Vermietung von Kellerräumen zu Wohnzwecken verboten wurde. Wohn- und Industriegelände mussten künftig räumlich getrennt errichtet werden.

29. November 1925
Einführung von Motorrad-Droschken in Berlin.

22. Dezember 1925
Im Warenhaus Tietz am Dönhoffplatz in Mitte wurde die erste Rolltreppe Berlins in Betrieb genommen.

26. Dezember 1925
Letzte Auslieferung durch einen Paketpost-Pferdewagen.



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