Wie ich Ehrenbürger von Friedrichshagen wurde

Der Fahrgast am Weihnachtsmarkt nahe der Jannowitzbrücke war erst extrem maulfaul: “Nach Hause, bitte.”
“Nach Köpenick?”
“Woher wissen Sie das denn? Kennen Sie mich?”
“Nö, ich weiß es nicht, aber wenn Sie mir das Ziel nicht sagen, suche ich mir natürlich eins aus, an dem ich auch ein bisschen was verdiene.”
“Sie sind mir ja eener. Wo würden Sie denn am Liebsten hinfahren in Köpenick?”
“Nach Friedrichshagen. Das gefällt mir am besten.”
“Na dann mal los.”

Natürlich war es Zufall, auch wenn der Fahrgast wirklich ein bisschen friedrichshagnerisch aussah. Kurz danach schlief er ein, bis ich ihn am Rand von Köpenick weckte: “Am Wasser lang oder Richtung Bahnhof?”
“Über den Fürstenwalder, dann sag ich Ihnen weiter.”
“Wenn Sie dann nicht wieder eingeschlafen sind. In welche Straße müssen wir denn?”
“Die kennen Sie sowieso nicht.”
“Schaun wa mal.”
“Kennen Sie die Kastanienallee?”
“Klar, beim Goldmannpark.”
“Ha, ha, Sie kommen wohl aus Friedrichshagen. Deshalb kennen Sie das.”
“Ne, aber vor hundert Jahren war ich öfter hier. Zu Besuch bei Maschine«
“Ja, ja, der wohnt hier auch. Is ja ‘n Ding. Na, dann biste wenigstens ein Ehren-Friedrichshagener!”
“Klasse. Vielen Dank.”

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