Keine Kreuze

Die Kreuze sind verschwun­den.
Am hellich­ten Tage.
Unter den Augen der Poli­zis­ten.
Unter den Augen der Kame­ras.
Unter den allse­hen­den Augen.
Sie schreien Zeter und Mordio.
Spre­chen von Entwei­hung der Toten.
Sagen, die Täter würden ihrer Sache einen schlech­ten Dienst erwei­sen.

Dienst?
Dienst ist Dienst und…?
“Die Toten der Mauer dürfen nicht verges­sen werden.”
Dort, wo die Kreuze jetzt sind, gibt es auch Tote.
Auch Mauern.
Kame­ras.
Poli­zis­ten.
Die dort ihren Dienst tun.
Die schie­ßen.
Die Flücht­linge verre­cken lassen.
Aber an diese Opfer gedenkt niemand.
Nur an die Deut­schen aus der DDR.

Es st leich­ter, zu geden­ken, als Unrecht zu bekämp­fen.
Sie suhlen sich in ihrem Geden­ken an 1989.
Und verschwei­gen die Toten an der Grenze heute.
Die flohen ja nicht vor Kommu­nis­ten.
Es sind ja keine Deut­schen.
Keine Brüder und Schwes­tern.
Sondern Sozi­al­schma­rot­zer.
Asyl­be­trü­ger.
Armuts­flücht­linge.
Die niemand hier will.
Und an deren Tod keine 7.000 Ballons erin­nern.
Nur ein paar Kreuze.
Unten am Mittel­meer.

print

Zufallstreffer

Moabiter Orte

Karnickelberg

Schon lange verlo­ren gegan­gen ist die Bezeich­nung Karni­ckel­berg. Obwohl dies ja nie der offi­zi­elle Name war. Statt­des­sen hieß es „Moabi­ter Berg“ und auch dies war eine maßlose Über­trei­bung. In Berlin heißt ja alles Berg, was […]

Weblog

Video: Toter Winkel

Schon wieder wurde eine Radfah­rer in von einem rechts­ab­bie­gen­den Last­wa­gen über­rollt. Die Fried­richs­hai­ner Kreu­zung Stra­lauer Allee / Warschauer Straße ist beson­ders gefähr­lich, weil Radfah­rer dort kaum gese­hen werden können. Beson­ders eindrucks­voll wird das Problem des […]

Berlin

Im Herzen der Bestie

Mit dem Axel-Sprin­­ger-Verlag verbin­det mich eine mehr als 30-jährige Feind­schaft. Seine Zeitun­gen haben mich oft als Chaot und Terro­ris­ten­freund diffa­miert und ich fand auch schon immer die popu­lis­ti­sche Hetze gegen Flücht­linge und Unan­ge­passte wider­lich. Bild […]

3 Kommentare

  1. Hallo Aro,
    gute Gedan­ken, wich­tige Gedan­ken und beim daran Denken wird mir übel. Es ist einfach eine humane Kata­stro­phe, wie die reichs­ten Länder der Welt (und Deutsch­land zählt ganz sicher dazu) mit dieser Aufgabe umge­hen. Das meint zum einen, die massi­ven Versu­che den Flücht­lin­gen den Zugang nach Europa zu verbauen aber auch der Umgang und die Unter­brin­gung der Flücht­linge, die es schließ­lich doch irgend­wie zu uns geschafft haben.

    Flucht­hel­fer zu Zeiten von BRD und DDR wurden und werden über­wie­gend glori­fi­ziert. Auch damals war da nicht alles Ehren­amt, da wurde auch Geld verdient!
    Hilft heute jemand den Flücht­lin­gen aus Syrien oder ande­ren Brenn­punk­ten dabei nach Deutsch­land zu kommen, heißt das jetzt Menschen­schleu­sung und wird mit hefti­gen Gefäng­nis­stra­fen bestraft.
    Ich glaube schon, dass wir uns an die Ereig­nisse vor 25 Jahren erin­nern dürfen und sollen. Unbe­strit­ten haben die muti­gen Menschen der Montags­de­mos viel Leid und Unrecht been­det. Schön wäre aber, wenn genauso viel Enga­ge­ment für heutige Not folgen würde.
    Gruß aus dem Norden
    Frank

  2. Ja, leider sind die Perspek­ti­ven etwas verscho­ben. Es kotzt mich an, wenn einer­seits (zu Recht) der Mauer­öff­nung und der Revo­lu­tion in der DDR gedacht wird, aber das aktu­elle Elend im Süden igno­riert wird. Deshalb finde ich die Aktion klasse, ohne damit die Mauer­to­ten verharm­lo­sen zu wollen.
    Es ist schein­hei­lig, wie sich jetzt die Poli­ti­ker darüber aufre­gen. Es sind nur Kreuze, die jeder­zeit neu aufge­hängt werden können. Die Toten im Mittel­meer aber blei­ben tot.

Hier kannst Du kommentieren

Deine Mailadresse ist nicht offen sichtbar.


*